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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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90
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AugustuS — nach Rom zurück. Aus der Republik wurde eineMonarchie.

Römische Zustände. Ausdehnung des Reiches in 8 Weltteilenvon» atlantischen Meere bis zum Euphrat, von dem Rheins, der Donau unddem Schwarzen Meer« bis zu den asrikanischen und arabischen Wüsten; —Länder: Spanien (mit Portugal), Gallien, Italien, Jllyrien, Macedonien,Griechenland, Kleinasien, Syrien, Ägypten, Numidien und das Gebiet vonKarthago — gegen 6000 bedeutende Städte, die größten: Alexandria, Antiochraund Rom. Rom mit etwa l'/e Mill. Bewohnern, 460 Tempeln, mehreren großenPlätzen, Theatern, Palästen. Ungeheure Reichtümer der Vornehmen: einzelneFamilien hielten 16000 Sklaven; Crassus konnte aus seinen Zinsen ein Kriegs-heer unterhalten; Scaurus, Sullas Stiefsohn, baute ein Theater, das 80000Zuschauer sahte und mit 8000 Bildsäulen geschmückt war. Ciceros Haus war600000, das des ClodiuS über 2 Will. Mark wert, noch prächtiger der Palastdes Mäcenas; Lucullische Gastmähler, Fischteiche, Landhäuser, Bildsäulen undkostbare Geräte, Bäder, Rennbahnen, Vogelhäuser rc. rc. Aufhören des Acker-baus in Italien, Entvölkerung des Landes, Verarmung des Volkes; deXPöbellebte von Getreideausteilungen und hatte nur Sinn für Schauspiele unl Tier-gefechte. Allgemeines Sittenverderben: Bestechlichkeit, Giftmischerei, Un-glaube und Aberglaube.

Dritte Periode. X

Wom unter Kaisern 30 v.—176 «. ßhr.

8 53.

AugustuS und seine Nachfolger aus dem julisch-claudischenHause 30 v. Chr.-68 n. Chr.

1. Augustus 30 v.—14 n. Chr. (Imperator, Princeps) vereinigtein seiner Person alle obrigkeitlichen Würden, ließ aber den Senat unddie Ämter der Republik (ohne Einfluß) fortbestehen. Er stellte Ruhe undgesetzliche Ordnung im Staate her (der Janustempel eine Zeit lang ge-geschlofsen) und ließ sich von klugen Männern, dem kriegserfahrenenAgrippa, seinem Schwiegersöhne, und dem kunstsinnigenMäcenas,beraten. So erschien nach der Zerrüttung der Bürgerkriege das feste undbesonnene Walten des neuen Alleinherrschers als „glückliche" Herrschaft;Rom wurde durch Prachtbauten (Säulenhallen, Pantheon des Agrippa,Theater des Marcellus rc.) aus einer Backsteinstadt in eine Marmorstadtverwandelt; die römische Litteratur hatte ihr goldenes Zeit-alter (der Geschichtschreiber Livius, die Dichter Vergil, Horaz und Ovid).