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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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ru Kämpfe in Italien. Die durch Handel und Gewerbfleiß reichund mächtig gewordenen lombardischen Städte, vor allen Mailand,hatten sich der Gewalt des Kaisers allmählich fast ganz entzogen.Um das kaiserliche Ansehen wieder herzustellen, machte Friedrichsechs Züge nach Italien. Er empfing die lombardische und dierömische Krone, ließ die kaiserlichen Rechte den Städten gegenüberauf einem Reichstage (in den ronkalischen Feldern bei Piacenza)festsetzen, unterwarf die oberitalischen Städte und zerstörte daswiderspenstige Mailand (1162). Aber die Städte vereinigten sichunter der Leitung des Papstes Alexander III. (der den Kaiser inden Bann that) zu einem großen Bunde gegen Friedrich, stelltenMailand wieder her, bauten die Feste Alessandria und siegten in derSchlacht bei Legnano (1176), sodaß Friedrich genötigt war,zu Venedig mit dem Papste Frieden zu schließen, und dann imFrieden zu Konstanz 1183 einen großen Teil der Hoheitsrechteden Städten überließ.

d. Heinrich der Löwe hatte von Friedrich auch das Herzogtum Bayernzurückerhalten (von welchem jedoch die Mark Österreich abgetrenntund zum Herzogtum unter Heinrich Jasomirgott erhoben wurde) unddurch allmähliche Bezwingung slavischer Völkerschaften (in Holstein,Mecklenburg und Pommern), bei welchen er das Christentum be-festigte und deutsche Sitte einführte, seine Herrschaft so vergrößert,daß sie im Norden bis zur Ostsee (Erhebung Lübecks), im Süden biszu den Alpen sich erstreckte (Münchens Gründung). Da er vor derSchlacht bei Legnano sich mit seinen Streitkräften von dem Kaisertrennte, dessen dringende Bitten verachtend, und sich dann auf desKaisers wiederholte Vorladung zur Verantwortung nicht einstellte,wurde er mit der Reichsacht belegt und seiner Lehen für verlustigerklärt: das Herzogtum Bayern erhielt Otto von Wittels-bach (1180), Sachsen wurde zerstückelt: Westfalen kam an das Erz-bistum Köln, das östliche Sachsen mit der Herzogswürde erhielt derGraf Bernhard von Askanien, Albrechts des Bären (8 82) Sohn.Heinrich, nach zweijährigem Kampfe vom Kaiser besiegt und ge-demütigt, behielt nur seine Stammlande Braunschweig und Lüne-burg, mußte auf drei Jahre das Reich verlassen und ging nachEngland. Er starb nach seiner Rückkehr zu Braunschweig (1195).

e. Friedrich machte den dritten Kreuzzug, auf welchem er starb(s. ß 86, 3). (Die Sage von seiner Verzauberung in, Kyffhäuser.)