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ersten Handels- und Seemacht emporgeschwungen. Bei der Gründungdes lateinischen Kaisertums (Z 86, 4) erwarb es mehrere Küstenländerund die meisten Inseln Griechenlands. Seit 1400 wurden vieleStädte der Lombardei, ganz Dalmatien und Cypern erobert. AmEnde dieser Periode gingen jedoch die griechischen Besitzungen an dieTürken verloren.
d. In Mailand ernannte der Kaiser Heinrich VII. den Matteo Vis-conti zum Statthalter, dessen Nachkommen die Herzogswürde erwarben.Auf die Visconti folgte (1450) die Herrschaft des Hauses Sforza.Vergebens suchte der Kaiser Maximilian Mailand wieder an dasdeutsche Reich zu bringen.
a Genua geriet seit der Mitte des 14. Jahrhunderts abwechselndunter die Herrschaft der Mailänder und der Franzosen. Es warbis zum Untergänge des griechischen Kaiserreiches im fast ausschließ-lichen Besitz des Handels mit Konstantinopel und den Küsten desSchwarzen Meeres.
2. In Mittelitalien war
a. Rom, während die Päpste in Avignon residierten (1309—1377),der Schauplatz vieler Bürgerkriege. Der Volkstribun Cola diRienzi suchte (1347) eine Republik nach altrömischem Muster zugründen. Am Ende unserer Periode vergrößerte der Papst Ju lius II.den Kirchenstaat durch einige benachbarte Gebiete.
b. In Florenz wurde seit 1400 die reiche Kaufmannsfamilie derMediceer mächtig. Cosimo von Medici und sein EnkelLorenzo lenkten fast während des ganzen 15. Jahrhunderts denStaat und machten durch Förderung der Künste und WissenschaftenFlorenz zu einem zweiten Athen (§ 93, 3, Anm. 2).
3. In Neapel herrschte das Haus Anjou (Z 83, 6), bis (1442)Alfons V. von Aragonien das Land eroberte. 1504 wurde es durchFerdinand den Katholischen mit Aragonien vereinigt (8 92, IV).
Die geistige Bildung erreichte im 14. Jahrhundert in Dante (dem Dichterder „göttlichen Komödie") und Pctrarka (dem Sonettendichter) und dann im15. Jahrhundert durch Wiederherstellung der Wissenschaften (8 93,3)eine hohe Stufe. Die Baukunst schuf in Mailand den prächtigen Marmor-dom, in Venedig den Dogenpalast (Kunstd. VIII, 4); die Bildner ei die be-rühmten Bronzethüren des Ghiberti zu Florenz; die Malerei eilte ihremHöhepunkte (im Anfange des 16. Jahrhunderts, 8 103, 2) entgegen.