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und Philipp IV. geriet das Land in noch tieferen Verfall. Auch Portugalfiel (1640) wieder ab.
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Frankreich.
(s. Z 82, II und 8 S5, I.)
1. Die letzten Könige aus dem Hause Valois bis 1589.
Der auf Franz I. (Z 95, 1) folgende König Heinrich II. (1547bis 1559) erneuerte, mit Moritz von Sachsen verbunden, den Krieg gegenKaiser Karl V. und riß in demselben 1552 Metz, Toul und Verdun vomdeutschen Reiche los. Auf ihn folgten nach einander seine drei SöhneFranz II., Karl IX. und Heinrich III., unter welchen 30 Jahrelang blutige
Religtons- und Bürgerkriege
wüteten. Die Reformation hatte nämlich, besonders durch CalvinsWirken, auch in Frankreich Eingang gefunden. Ihre Anhänger, dieHugenotten, an deren Spitze die Bourbonen Anton von Navarraund dessen Bruder, der Prinz von Condö, sowie der Admiral Colignysich befanden, bildeten die eine Partei; ihr gegenüber stand die katholischePartei unter Leitung der mächtigen Familie der Guisen (der HerzogFranz und sein Bruder, derKardinalKarl vonGuise). Nach mehr-jährigen Kämpfen, in denen Anton, Condö und Franz von Guise gefallenwaren, schien der Hof den Frieden durch eine Vermählung Heinrichs vonNavarra (des Sohnes Antons) mit Margaret«, der Schwester des KönigsKarl IX., befestigen zu wollen. Aber in der Bartholomäusnacht (24.bis 25. August) 1572 wurden die Hugenotten, welche zum Hochzeitsfestein Paris versammelt waren, auf Anstiften der Mutter des Königs, Katha-rina von Medici, zu taufenden, unter ihnen Coligm), hingemordet. Da-her der Name der Pariser Bluthochzeit. Auch im übrigen Frankreichverloren eine Menge Protestanten (etwa 20000) das Leben. Dadurchentbrannte der Bürgerkrieg von neuem und dauerte (nach Karls IX. Tode)während der ganzen Regierung Heinrichs III. fort. Der König selbst,mit der katholischen Partei entzweit, mußte aus Paris fliehen: er suchteSchutz im Lager Heinrichs von Navarra, wurde aber dort durch denDominikanermönch Jakob Element ermordet. Mit ihm starb dasHausValoisaus,undin Heinrich von Navarra, der ihm als Heinrich IV.