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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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Die skandinavischen Reiche.

1. Seit der Reformation treten auch die skandinavischen Reiche inder Weltgeschichte mehr hervor.

In Dänemark, Norwegen und Schweden, den Heimatländern der Normannen,bestanden anfangs mehrere kleine Reiche, die gegen das Ende des 9. Jahrhundertsin jedem dieser Länder zu einer Herrschaft verbunden wurden. Um das Jahr1000 erfolgte die Einführung des Christentums (das schon um 850 der MönchAnsgar von Corvey in Dänemark und Schweden gepredigt hatte, ß 77 Anm.)besonders durch Olaf den Heiligen und K a nu t den Grasten (Z 81), der England,Dänemark und Norwegen beherrschte. Unter Waldemar I. und Walde-in« r 11. (bis 1241) hatte Dänemark das Übergewicht unter den drei Reichen; dannaber sank unter langen inneren Unruhen die Königsmacht mehr und mehr, bises der Königin Margarets (die durch Heirat auch Norwegen besaß und dieKrone von Schweden erwarb) gelang, in der Kalmarischcn Union 1397 die dreiReiche zu vereinigen; doch behielt jedes seine eigenen Gesetze.

2. Unter ihnen erhob sich besonders Schweden, das sich von derVerbindung mit Dänemark und Norwegen losriß. Der UnionskönigChristian II. machte sich nämlich den nach Unabhängigkeit strebendenSchweden durch grausame Gewaltthätigkeit (Stockholmer Blutbad 1520)so verhaßt, daß es dem Gustav Wasa (mit Hilfe der darlekarlischenBauern) gelang, Schweden von seiner Herrschaft zu befreien und in dem da-durch selbständig gewordenen Reiche die Königskrone zu erlangen (1523).Die lutherischeLehre (von Oluf und Lorenz Peterson verkündet) wurdeim ganzen Lande angenommen.

Der ausgezeichnetste unter den folgenden Königen aus dem HauseWasa war Gustav Adolf (16111632), der im Kriege gegen PolenLivland eroberte und im dreißigjährigen Kriege den Protestanten inDeutschland Rettung brachte (8 102, 3).

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Deutschland bis zum dreißigjährigen Kriege.

In Deutschland war durch den Augsburger Religionsfrieden (8 96, 2)äußere Ruhe eingetreten, wobei jedoch heftiger Hader und Reibungen unterden Parteien fortdauerten, bis 1618 ein neuer furchtbarer Religionskriegausbrach. Von Karls V. Thronentsagung bis zum Beginn dieses Kriegesherrschten die 4 Kaiser Ferdinand I-, Maximilian II., Rudolf II.und Matthias.