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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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3. Die Könige Karl II. und Jakob H.

Karl II. (16601685) stellte die bischöfliche Kirche wieder her, ver-lor aber durch Sittenlostgkeit, Verschwendung, Hinneigung zur katholischenKirche (er wurde auf seinem Totenbette katholisch) und despotische Re-gierung (das Cabalministerium) das Vertrauen des Volkes.

Das Parlament erzwäng die Testakte, welche die Katholiken von denStaatsämtern ausschloß, und die Habeascorpusakte, welche gegen willkür-liche Verhaftung schützte. (Whigs und Tories.)

Jakob II. (16851688), Karls II. Bruder, war katholisch ge-worden und suchte die katholische Kirche in England wieder einzuführenund die königliche Macht unumschränkt zu machen. Bei der Geburt eines(katholischen) Kronprinzen kam es zur Revolution 1688: Jakob flohnach Frankreich, und der Statthalter der Niederlande, Wilhelm III.von Oranien, wurde mit seiner Gemahlin Maria, Jakobs (protestan-tischer) Tochter, auf den englischen Thron erhoben.

4. Wilhelm IH. und Anna 16891714.

Wilhelm m. (16891702) bestätigte die Rechte des Parlamentsund die Freiheiten des Volkes (Erklärung der Rechte"), vereitelte Ja-kobs II. Versuche, mit französischer Hilfe die Herrschaft wieder zu erlangenund erhob im Kriege gegen Frankreich Englands Seemacht.

Anna (17021714), Jakobs II. jüngere Tochter, beteiligte sich amspanischen Erbfolgekriege (8 107). Nach ihrem Tode kam mit Aus-schließung ihres Stiefbruders (des Prätendenten Jakob III.) das HausHannover zur Regierung.

Seit der Navigationsakte mehrte sich, mit der Erweiterung desHandels, zugleich die Zahl der englischen Kolonieen. Während der Revo-lutionszeit geschahen zahlreiche Auswanderungen nach Nordamerika; 1683 grün-dete Penn Philadelphia in Pennsylvanien; unter Anna gab es schon 10Kolonialprovinzen.

8 106.

Deutschland unter den Kaisern Leopold I. und Joses I.

Ohnmächtig infolge des dreißigjährigen Krieges, wurde Deutschlanddurch die Kriege gegen Ludwig XIV. (Z 104) nur noch tiefer ge-schädigt und erniedrigt. Außer diesen Kriegen hatte der Kaiser

Leopold I. 16581705 schwere Kämpfe mit den Türken zubestehen. Diese drangen, die aufständischen Ungarn unterstützend, 1683bis Wien vor, das jedoch (von Starhemberg heldenmütig verteidigt)