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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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197
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m. das Haus Luxemburg (13731415). Für den noch un-mündigen Wenzel übernahm Kaiser Karl selbst die Regierung derMark Brandenburg, in welcher er die tief erschütterte Ordnung wiederherzustellen bemüht war. Als nach seinem Tode Wenzel die Kaiserwürdeerhielt, bekam dessen Bruder Sigismund Brandenburg. Er ließ dasLand durch Statthalter verwalten; aber deren Erpressungen sowie die Ge-waltthätigkeiten der Raubritter steigerten die Not des Volkes aufs höchste.Von steter Geldverlegenheit bedrängt, verpfändete Sigismund die Markan seinen Vetter Job st von Mähren. Nach dessen Tode setzte er (1411)den (um seine Erhebung zur Kaiserwürde sehr verdienten) Burggrafenvon Nürnberg, Friedrich VI. von Hohenzollern, zumvollmächtigen ge-meinen Verweser und obristen Hauptmann" ein,um mit Gottes Hilfedie Mark aus ihrer jammervollen Lage zu erretten".! 1415 auf demKonzil zu Konstanz übertrug dann der Kaiser auf Friedrich dasMark-graftum Brandenburg nebst der Kur- und Erzkämmererwürde erbeigen-tümlich (8 90, 3). Mit Friedrich beginnt die Reihe der

IV. hohenzollernschen Kurfürsten (14151701). Es herrschtenderen im ganzen zwölf, bis zur Vereinigung Preußens mit Branden-burg neun.

Das hohenzollernsche Haus, dessen Stammvater der Graf Burchardvon Zollern in der 2. Hälfte des II. Jahrhunderts, hat zu seiner Wiege diein Schwaben in der rauhen Alb bei Hechingen gelegene Stammburg der Grafenvon Hohenzollern. Ein Zweig dieses Stammes wurde nach Franken verpflanztund erhielt von Kaiser Heinrich VI. um 1190 die Burggrafschaft Nürn-berg. Die Burggrafen erwarben allmählich beträchtlichen Länderbesitz undgroßes Ansehen im Reich. Der Burggraf Friedrich III. erhielt von Rudolf vonHabsburg, dessen Erwählung zum Kaiser er gefördert hatte, die Erblichkeit derBurggrafenwürde: er trug in der Schlacht auf dem Marchfelde die Sturmfahneund entschied Rudolfs Sieg. Friedrich IV. entschied die Schlacht bei Mühldorf1322 zugunsten Ludwigs des Bayern; seinem Enkel Friedrich V. wurde vonKaiser Karl IV. der fürstliche Stand erneuert. Er verteilte sein Land unterseine ^beiden Söhne, sodaß der ältere, Johann, das Land auf dem Gebirg(Baireuth), der jüngere Friedrich VI., das Land unterhalb des Gebirges(Ansbach) bekam. Der letztere, der nach seines Bruders Tode auch Baireutherhielt, wurde Kurfürst von Brandenburg.

1. Friedrich I. (14151440) befestigte durch Bezwingung desübermütigen Adels (die Quitzows) seine Herrschaft und stellte die gesetz-liche Ordnung im Lande her (dieschöne Elfe"; diefaule Grete").Einer der angesehensten Reichsfürsten, stand er dem Kaiser im Kriege gegendie Hlissiten bei. Seine Besitzungen teilte er unter seine vier Söhne.Der zweite derselben