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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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mit Gustav Adolfs Tochter, Christine von Schweden, wird vereitelt er ver-mählt sich mit der hochgebildeten, frommen Luise Henriette, der TochterFriedrich Heinrichs von Oranien.

Im westfälischen Frieden erhielt er Hinterpommern und (für Vor-pommern) Magdeburg, Halberstadt, Minden und Kamin (Z 102, 5).Darauf unterstützte er Karl X. von Schweden im Kriege gegen die Polen(8 108, 1) und half ihm zu dem Siege bei Warschau 1656, wofürihm Schweden (im Vertrage zu Labiau) die Unabhängigkeit Preußensvon Polm zusicherte. Dieselbe wurde von Polen (im Vertrage zuWehlau 1657) anerkannt und im Frieden zu Oliva 1660 bestätigt.Da der Kurfürst am Kriege gegen Ludwig XIV. (8101, II, 2) teilnahm, sobewog Frankreich die Schweden zum Einfall in Brandenburg. Sie wur-den aber in der Schlacht bei Fehrbellin 28. Juni 1675 besiegt und ver-trieben, erhielten jedoch im Frieden zu St. Germain en Laye 1679ihre schon verlorenen Besitzungen in Pommern zurück- Die Macht desbrandenburgischen Staates hob Friedrich Wilhelm durch Errichtung einesstehenden Heeres (Feldmarschall Derfflinger, Gründer der branden-burgischen Reiterei); den Wohlstand des durch den dreißigjährigen Kriegzerrütteten Landes förderte er durch Aufnahme von 20000 protestantischenFranzosen, welche nach der Aufhebung des Edikts von Nantes (§ 104,II., 5) einwanderten und Bildung und Gewerbfleiß verbreiteten, sowiedurch Herbeiziehen von Holländern, welche die Landwirtschaft verbesserten.Durch den Friedrich-Wilhelmskanal wurde die Oder mit der (Spree und)Elbe verbunden, durch Einführung eigner, von der Reichspost unabhängigerPosten der Verkehr befördert; es wurde sogar eine afrikanische Handels-gesellschaft gestiftet und der Plan gefaßt, eine Seemacht zu gründen. Beiseinem Tode hinterließ der Kurfürst ein wohlgeordnetes Land von 2000Q.-M. mit fast l'/s Mill. Einw. und ein Heer von 24000 Mann. Erwar der größte Fürst seiner Zeit, ein kerndeutscher Mann, ein frommerChrist. Sein Sohn

3. Friedrich III., Kurfürst 16881701, stiftete 1694 die Uni-versität zu Halle (Francke, Thomasius; Spener), 1700 die Akademieder Wissenschaften (Leibnitz). Seinem Hause erwarb er den Glanz derKrone, indem er sich am 18. Januar 1701 zu Königsberg zum KönigFriedrich I. in Preußen krönte (Stiftung des schwarzen Adlerordens).An die Stelle des Kurfürstentums Brandenburg trat das König-reich Preußen.

Der Kaiser (Leopold I.) willigte in die Königswürde ein, da Friedrich ihmBeistand im spanischen Erbfolgekriege zusagte. Friedrich erhob übrigens nichtsein Brandenburg, sondern Preußen zum Königtum, weil er in dem ersteren