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versprach auch das von ihm den Franzosen entrissene Malta (§ 124, 4.)den Johannitern wieder einzuräumen (was aber nicht geschah), und er-hielt von Frankreich die Anerkennung der Republik der sieben ionischenInseln.
Die deutschen Fürsten, welche im Lüneviller Frieden Besitzungen aus demlinken Rheinufer verloren hatten, wurden durch den Rcichsdeputationshauptschlntzvon 1803 (25. Februar) durch Einziehung geistlicher Herrschaften (Säkulari-sationen) und freier Reichsstädte (iin ganzen 112 Staaten mit mehr als2000 Q.-M.) entschädigt. Preußen erhielt für die linksrheinischen 48 Q.-M.»welche es aufgegeben: Hildesheim, Paderborn, Erfurt, einen Teil von Münsterund einige Reichsstädte, zusammen 240 Q.-M. mit '/s Will. Einwohnern;Bayern: 100 Q.-M.: Würzburg, Bamberg, Passau und 17 Reichsstädte;Baden: Konstanz, Heidelberg und Mannheim; Hannover: Osnabrück;Hessen-Darmstadt: Westfalen; Württemberg, Baden, Hessen-Kasselund Salzburg wurden Kurfürstentümer, während Köln und Trier ein-gingen. Von geistlichenFürsten blieb nur der Kurfürst von Mainz (Dal-berg) als Kurerzkanzler (mit dem Sitz in Regensburg); von den 48 Reichs-städten nur die sechs: Augsburg, Nürnberg, Frankfurt, Hamburg, Lübeck undBremen.
4. Die Konsularregierung 1799—1804.
Bonaparte führte in Frankreich Ruhe und Ordnung zurück, gestatteteden meisten Emigranten die Rückkehr ins Vaterland und stellte durch einKonkordat mit dem Papste 1801 die katholische Kirche wieder her.1802 ließ er sich zum Präsidenten der italienischen Republik(wie die cisalpinische nun genannt wurde) erheben und sich das Kon-sulat auf Lebenszeit übertragen (Stiftung der Ehrenlegion). DieEntdeckung einer Verschwörung unter Pichegrü zur Herstellung desKönigtums führte zur Erschießung des (mit Verletzung des deutschenGebiets gefangen genommenen) Herzogs von Enghien, zu PichegrüsTode im Gefängnisse und zur Verbannung des republikanisch gesinntenGenerals Moreau. Darauf erklärte sich Bonaparte auf den Antragdes Senats als Napoleon I. zum erblichen Kaiser der Franzosen 1804(18. Mai).