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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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Krone niederlegte, verband Napoleon auch Holland mit Frankreich,dein er ferner noch einen Teil Westfalens, Oldenburg (ß 133) und diedrei norddeutschen Hansestädte einverleibte. So erstreckte sich das ReichNapoleons, der sich als Nachfolger Karls des Großen betrach-tete, 130 Departements umfassend, den Küsten des westlichen und süd-lichen Europas entlang von Danzig und Hainburg bis Trieft und Korfu.Die meisten übrigen Staaten Europas standen in mittelbarer Abhängig-keit von ihm (s. Karte).

Der König Gustav IV. von Schweden (Z 109, Anm.), der voll Haßgegen Napoleon beständig im Kriege gegen Frankreich beharrte, verlor 1807 Pom-mern, das die Franzosen besetzten, 1808 Finnland, welches die Russen eroberten.Eine Verschwörung nötigte ihn 1809 abzudanken, und sein kinderloser Oheim,der ihm als Karl XIII. (18091818) folgte, nahm den französischen MarschallBernadotte (Fürsten von Ponte Corvo) zum Kronprinzen und Thronfolgeran (s. Z 109, Anm.).

8 133.

Napoleons Feldzirg gegen Rußland 1812.

Da der Kaiser Alexander von Rußland (gereizt durch die Beraubungdes Herzogs von Oldenburg, seines Verwandten) von dem Kontinental-system, welches den Handel seines Reiches zu vernichten drohte, sich los-sagte, geriet er in Krieg mit Napoleon. Dieser nötigte Preußen undÖsterreich zur Hilfeleistung, drang mit einem Heere von mehr als 600000Kriegern dem gewaltigsten, das die Welt seit den Tagen des Lerxesgesehen über den Riemen in Rußland ein und rückte mit dem Cen-trum der Armee (300 000 Mann) in der Richtung auf Moskau, das Herzvon Rußland, vor. Die Russen (175000 Mann) wichen, alles hinter sichher verheereild, gegen die Übermacht zurück; Smolensk wurde einge-nommen (18. Aug.), das russische Heer unter dem neuen BefehlshaberKutu soff in der blutigen Schlacht bei Borodino an der Moskwa(Ner> Fürst von der Moskwa) 7. September geschlagen. Am 14. Sep-tember zog Napoleon in das menschenleere Moskau ein.

Nach dem Brande der Hauptstadt (Nostopschin) mußte er jedoch,durch vergebliche Friedensunterhandlungen (Stein in Petersburg) langehingehalten, zu spät (am 18. Oktober) den Rückzug antreten. Auf dem-selben wurde das Heer durch Hunger, Frost, Seuchen, Angriffe der Russenund Kosaken, besonders auch durch den schrecklichen Übergang über dieBercsina (26. November) fast ganz aufgerieben. Napoleon verließ aufeinen! Schlitten den Rest seines Heeres und eilte nach Paris. Der General