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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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räumen. Griechenland (das alte Hellas, den Peloponnes, Euböa und dieCykladen umfassend) wurde ein selbständiger Staat (jetzt 2 Mill. Bewohner)und erhielt nach der Ermordung des Präsidenten Capo d'Jstria den jungenbayerischen Prinzen Otto zum Könige 1832.

König Otto wurde 1862 durch einen Militäraufstand entthront und derzweite Sohn des Königs von Dänemark als Georg I. zum König von Griechen-land erwählt (1863). England entsagte dem Protektorat über die ionischenInseln, die nun mit dem Königreiche Griechenland vereinigt wurden.

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Rußland und die Türkei.

1. In Rußland regierte der Kaiser Alexander I. bis 1825.Ihm folgte, als er auf einer Reise zu Taganrog am asowschen Meerekinderlos gestorben war, sein Bruder Nikolaus (18251855), zu dessengunsten der ältere Bruder Konstantin auf die Krone verzichtet hatte.Ein kraftvoller Selbstherrscher, suchte Nikolaus Rußlands Macht zu mehren.In einem Kriege mit Persien erwarb er durch die Siege des Gene-rals Paskiewitsch (Eriwanski) Eriwan. Darauf führte er einen eben-falls siegreichen Krieg mit den Türken (2).

2. Das türkische Reich, seit 1808 unter Sultan Mahmud II.,der in blutigem Kampfe das alttürkische Janitscharencorps aus-rottete (1827), war nicht mehr imstande, die Grenzen des Reiches gegendas begehrliche Rußland erfolgreich zu schützen. 1828 kam es zwischenbeiden Mächten zum Kriege. Ein russisches Heer unter Paskiewitsch er-oberte Erzerum, die Hauptstadt Armeniens; der General Diebitsch(Sabalkanski) überschritt den Balkan (im Juli 1829), zog in Adrianopelein und zwang dadurch den Sultan, im Frieden zu A d r i a n o p e l (Sept.1829) an Rußland die Schutzherrlichkeit über die Moldau und Walacheizu übergeben, ihm freie Schiffahrt auf dem Schwarzen Meere, sowie dieDurchfahrt durch den Bosporus und die Dardanellenstraße für russischeHandelsschiffe zu bewilligen und die Unabhängigkeit Griechenlands anzu-erkennen.

3. Noch mehr offenbarte sich die Schwäche der Türkei in ihrem Kampfe mitMehemed Ali, dem Pascha (Vizekönig) von Ägypten, der darauf ausging, sich einevöllig selbständige Herrschaft zu gründen. Sein Stiefsohn Ibrahim besiegte ein Heerdes Sultans in Kleinasien so entscheidend, daß dieser sich genötigt sah, auch die Statt-halterschaft von Syrien an Mehemed Ali zu übergeben (1833). Sechs Jahre später brachein neuer Kampf aus, in welchem der Sultan abermals unterlag. 11m ihm jedochdas Reich zu erhalten, schlössen, mit Ausnahme von Frankreich, das den Mehemed