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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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der Glanzzeit der deutschen Dichtung unter Schiller und Goethe (Z 120,III) würdig anreiht.

Desto glanzloser und unrühmlicher war die Regierung einiger an-deren deutschen Fürsten. In Kurhessen trat der alte geizige KurfürstWilhelm I. jedem Fortschritt zum Bessern mit schroffem Eigensinn ent-gegen und der sittenlose Wilhelm II. setzte seines Vaters Willkürregi-ment fort, während in Brauns chweig der junge Herzog Karl durchsein unwürdiges Verhalten allgemeines Ärgernis erregte. Als daher diefranzösische Julirevolution auch in Deutschland eine lebhafte Erregunghervorrief, wurde durch einen Volksaufstand der regierungsunfähigeHerzog aus dem Lande verjagt (1830) und sein Bruder Wilhelm(ss 1884) zum Herzog von Braunschweig erhoben, der eine konstitutionelleVerfassung gab; auch der Kurfürst Wilhelm II. von Hessen und deralte König Anton von Sachsen mußten Verfaffungsurkunden unter-zeichnen und ihre Nachfolger in der Regierung zu Mitregenten annehmen(1831). Hannover wurde durch den Tod des Königs Wilhelm IV. vonEngland 1837 vorn englischen Staatsverbande gelöst (ß 144, 1) und be-kam einen eigenen König in Wilhelms Bruder Ernst August, der die1833 dem Lande erteilte Verfassung sofort wieder aufhob.

In den beiden deutschen Großstaaten, welche nicht allein dieHauptglieder des Burrdes bildeten, sondern zugleich rnit England, Frank-reich und Rußland zu den europäischen Großmächten zählten, wurde dieRuhe aufrecht erhalten. In Österreich, das sich mehr und mehr gegendas deutsche Leben absperrte, folgte auf den Kaiser Franz I. dessenschwacher Sohn Ferdinand I. (18351848). Die Staatsangelegen-heiten leitete 39 Jahre (18091848) hindurch der Staatskanzler FürstMetternich, der, jede freiheitliche Neuerung für staatsgefährlich er-achtend, nicht allein Österreichs Entwickelung zurückhielt, sondern auch dendeutschen Bundestag in unheilvoller Weise beeinflußte und als Hauptver-fechter der unumschränkten Fürstengewalt in allen europäischen Angelegen-heiten eine wichtige Rolle spielte.

2. In Preußen regierte Friedrich Wilhelm III. (Z 128,1) bis1840. Ein schlichter, gerechter Fürst, war er bemüht, den äußeren Friedenaufrecht zu erhalten und durch weise Sparsamkeit des Landes Wohlfahrtzu fördern. Durch Errichtung der Provinzialstände (1823) wurdeder Grund zu einer landständischen Verfassung gelegt, durch Einführungder evangelischen Union (1817) die Vereinigung der lutherischen undreformierten Konfession bewirkt, durch Vervollkommnung des Schul-wesens und Stiftung der Universität zu Bonn für Hebung der Volks-