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ordnung umzustürzen, gesteigert. Da nun der König sowie seinMinister Guizot sich abgeneigt zeigten, die Berechtigung für dieVolksvertreterwahl — kaum eine halbe Million Staatsbürger besaßdas Wahlrecht — zu erweitern, vermehrte sich die Gärung im Volkeso sehr, daß (bei Gelegenheit eines von der Regierung verbotenenReformbanketts) am 22. Februar 1848 ein Aufstand zu Paris aus-brach, der an den beiden folgenden Tagen zum blutigen Barrikaden-kämpfe wurde und eine neue Staatsumwälzung, die sogenannteFebruarrevolution, zur Folge hatte. Der König entsagte demThrone zu gunsten seines Enkels, des minderjährigen Grafen von Paris;aber es war zu spät: Ludwig Philipp mit seiner Familie mußte dieFlucht ergreifen (und starb 1850 in England), Frankreich wurde alsRepublik erklärt, eine provisorische Regierung (Lamartine) ge-bildet und durch allgemeine Volksabstimmung eine „verfassunggebendeNationalversammlung" berufen.
1). Als diese wieder eine festere Verfassung einzuführen begann und dieunzufriedenen „Arbeiter" hierdurch ihre Absicht, das Bestehendevöllig umzukehren, vereitelt sahen, entstand (im Juni) eine wilde Er-hebung derselben, um die „rote Republik" zu errichten, d. h.dem sogenannten „vierten Stande" die Herrschaft zu verschaffen. DieVerteidigung des Staates gegen den furchtbaren Angriff übertrug dieNationalversammlung dem General Cavaignac, der in mehrtägigerStraßenschlacht den Aufruhr bewältigte. Die Verfassungsberatungwar im November beendigt; ein jedesmal auf 4 Jahre durch Ab-stimmung des gesamten Volkes ernannter Präsident sollte an dieSpitze der Verwaltung treten, neben ihm eine gesetzgebende National-versammlung stehen. Als Präsident wurde am 10. Dezember ge-wählt der Neffe des Kaisers Napoleon I., Ludwig NapoleonBonaparte.
Ludwig Napoleon Bonaparte, Sohn des ehemaligen Königs von Hollandund der Hortense Beauharnais (s. die Stammtafel Z 126), geb. 20. April 1808in Paris — lebt seit Napoleons I. Entthronung mit seiner Mutter in Konstanzund auf Arenaberg im Thurgau, besucht 8 Jahre das Gymnasium in Augsburg,später Zögling des schweizerischen Generals Düfour (Z 13S) in den Kriegswisssn-schaften — 1881 im Jnsurgentenheere in Italien, 1834 Berner Artilleriehaupt-mann — schreibt 1832 „Politische Phantasiern', 1835 ein „Handbuch der Ar-tillerie' — macht 30. Oktober 1886 einen Aufstandsversuch in Straßburg(da er sich nach dem Tode des Herzogs von Neichstadt 1832, des sogenanntenNapoleon II-, als den Erben Napoleons I. betrachtete), wird gefangen und nachAmerika gebracht, kehrt jedoch 1837 zurück und begiebt sich, da die französische