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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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Der Kurfürst war ein heftiger Gegner der Reformation (weil das,was geschah,wider die Regel gehe, neue Autoritäten aufbringe, die alten lockre").Seine Gemahlin, heimlich zur lutherischen Kirche übergetreten, entwich vorseinem Zorn zum Kurfürsten von Sachsen, ihrem Oheim. Doch überall in derMark ward Luthers Lehre im stillen verkündigt und mit Freuden aufgenommm.Sein Sohn, Kurfürst

2. Joachim II. Hektor (15351571) trat 1539 (1. November) zuSpandau öffentlich zum lutherischen Bekenntnis über (wie vor ihmsein Bruder Johann von Küstrin, der trotz desHausgesetzes" ein Drittelder Kurlande geerbt hatte). In der von Joachim II. gestifteten märkischenLandeskirche, deren Oberhaupt er selbst war, behielt er manche äußeren katho-lischen Einrichtungen bei. Auch sonst nahm er eine vermittelndeStelleimReiche ein; im schmalkaldischen Kriege verhielt er sich neutral (ksZiumest omnibus bevskaosre sein Wahlspruch).

In dem eifrigen Bemühen, die Macht seines Hauses zu erhöhen, schloß er1537 bei einer Doppelheirat die Erbverbrüderung mit dem Herzoge vonLiegnitz, Brieg und Wohlau (Schlesien). Dieser protestantische Fürst war durchBewilligung des Königs von Böhmen befugt dazu, doch der damalige HerrBöhmens und Schlesiens (Ferdinand I. seit 1526) verweigerte die Anerkennung desErbvertrages. Auch gelang es Joachim, vom Könige von Polen 1569 die Mit-belehnung über das Herzogtum Preußen zu erhalten. JoachimI. warfreigebig und führte verschwenderisch Hofhält. Die Landstände bewilligten ihmerst Geld, nachdem er ihnen verbrieft hatte, ohne ihre Einwilligungkeine wichtige Sache mehr zu unternehmen.

3. Johann Georg (15711598) beförderte die Gewerbthätigkeit, indem er vieleim Kriege gegen Spanien vertriebene reformierte Niederländer in sein Land aufnahm.Den einheimischen Adel begünstigte er (Besetzung der höheren Beamtenstellen). SeinWahlspruch war: äusts st elsmevtsr.

4. Joachim Friedrich (15981608) übernahm die vor munds Gastliche Ver-walt ungPreußens für dessen blödsinnigen Herzog Albrecht Friedrich. (Hausvertragvon Gera: Unteilbarkeit der Marken neu gesichert.) Wahlspruch: Die Furcht Gottes istder Weisheit Anfang.

5. Joh ann Sigismund (16081619) machte nach dem Tode deskinderlosen Herzogs (Johann Wilhelm) von Jülich (1609) Ansprüche aufdessen Hinterlassenschaft, da seine Gemahlin die Tochter der ältesten Schwesterdes Herzogs war. Da auch der Pfalzgraf (Wolfgang Wilhelm) von Neuburgals Sohn der zweiten (noch lebenden) Schwester das Erbe forderte, so ent-stand derjülichscheErbfolgestreit. Derselbe endete mit einem Ver-gleich (Teilungsvertrag zu Xanten 1614), in welchem der Kurfürst vonBrandenburg, der (1613) zur reformierten Lehre übergetreten war,Kleve, Mark und Ravensberg, der katholisch gewordene PfalzgrafJülich und Berg (mit Düsseldorf) erhielt. Nach dem Tode seines Schwieger-vaters, des Herzogs von Preußen, vereinigte der Kurfürst (seit 1611 schon