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7. Ruhmreiche, aber erfolglose weitere Kämpfe mit den Schweden.
Nun erklärte auch das Reich den Schweden den Krieg. Der Kurfürst besetzte
Wollin und Usedom, eroberte Wolgast; Holländer, Dänen und Brandenburger besiegtendie schwedische Flotte. Die schwedischen Gebiete Bremen und Werden wurden besetzt. DerKurfürst eroberte nach hartnäckigem Widerstände (1677) Stettin, im folgenden Jahredie Insel Rügen, Stralsund und Greifswald, trieb die von Livland in Preußen ein-gefallenen Schweden zurück (Zug über das zugefrorene Frische und Kurische Haff) undvernichtetesie sast völlig- Aber auf dem Kongreß zu Nymwegen 1678 gelang es LudwigHV.,die Holländer durch Zugeständnisse von den Verbündeten zu trennen, so daß Spanien imFriedensvertrage die Franche-Comtk an Frankreich abtreten mußte und Schweden alleihm entrissenen Gebiete zurückerhalten sollte. Da auch der Kaiser (der an dem baltischenMeere kein neues Königtum aufkommen lassen wollte) schließlich darein willigte, mußte dernun völlig preisgegebene Kurfürst (Einfall der Franzosen in Eleve) alle Erobe-rungen sein er rühm reichen Feldzüge gegen die Schweden aufgeben (1679;Friede zu St. Germain). („Möge aus unserm Gebein einst ein Rächer ersteh«!")
8. Absolute Herrschaft. Damals setzte sich (nach dem Vorbilde Lud-wigs XIV.) eine neue Art des Regiments in den europäischen Staaten fest, derAbsolutismus. Auch der Kurfürst übte solch unbedingte Gewalt, aber erübte sie zum Heil der Unterthanen. DieStände mißbrauchten bisher oft ihreVorrechte; der Adel wälzte die Abgaben auf die Bauern, die städtischenPatrizier auf die armen Bürger. Für gemeinnützige Abgaben bewilligten dieStände nicht die nötigen Mittel. Die Stände der einzelnen Gebiete (3 Haupt-gruppen : Kleve, Brandenburg, Preußen) widerstrebten jeder allgemeinen (staat-lichen) Einrichtung. Der Große Kurfürst aber war fest entschlossen, die von ihmbeherrschten Gebiete zu einem wohl organisierten Staate zu vereinigen. Wo dieStände ihm hierin unbillig widerstrebten, griff er scharf durch, insbesondere beiden ostpreußischen Ständen, weil einzelne Führer sich auf Polen stützten (Hoch-verrat) und dadurch seine eben errungene Souveränität gefährdeten (Schöppen-meister Rohde gefangen gehalten; Oberst von Kalkstein hingerichtet). Dem Adelblieb nur noch ein Einfluß auf seine eigenen, den Städten auf ihre besonderenstädtischen Angelegenheiten; die gesamten Staatsangelegenheitenruhten fortan in derHand des Kurfürsten.
9. Besteuerung. Selbst die ergebensten Stände (der Kurmark) fandenes unerhört, mitten im Frieden die bisherige Kontribution zumUnterhalt eines (zuletzt 26 000 Mann starken) stehenden Heeres aufbringen zusollen. Sie bewilligten nur von Jahr zu Jahr, dem entschiedenen Willen desKurfürsten sich beugend, die nötige Summe. Der Kurfürst wies immer wieder aufeine Verbrauchssteuer hin. Die Ritterschaft wollte keine Beschränkungihrer Steuerfreiheit. Aber die Städte (gedrängt von der niedern Bürgerschaft,die von der Kontribution am meisten belastet war) führten die Accise (indirekteSteuer auf Lebensmittel und Handelsgegenstände) ein, zuerst Berlin.
10. Förderung der Erwerbsthätigkeit.
Ackerbau. In die Altmark rief der Kurfürst Bauern aus der Gegend von Bremen;sie deichten die Elbe ein und bebauten die Wische. Holländer ließen sich auf des Kur-fürsten Ruf und von ihm unterstützt an der Havel und in den Niederungen derOder und Warthe nieder. Sie verstanden es, die Sümpfe zu entwässern und urbar zu