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die Kasse jederzeit bei Heller und Pfennig stimmen. Infolge musterhafter Staats-wirtschaft tilgte der König die Schulden des Staates, hatte immerGeld für notwendige und nützliche Ausgaben (z. B. „Mehrung des Heeres", KulturLitauens) und hinterließ seinem Nachfolger einen Schatz von 8 Millionen.
3. Rechtspflege. — Der König übte strenge Gerechtigkeit ohne An-sehen der Person.
„Die schlimme Justiz schreit zum Himmel, und wenn ich's nicht ändere, so lade ichdie Verantwortung auf mich." Als ein hoher Beamter überführt wurde, Geld unter-schlagen zu haben, wollte er das^Geld ersetzen und meinte, einen preußischen Edelmannhänge man nicht; aber der König verurteilte ihn zum Strange.
4. Sorge für den Anbau deS Landes. — Mit rastlosem Eifer suchte derKönig der Landwirtschaft aufzuhelfen. Er selbst war ein tüchtiger Landwirtund machte seineDomänenzuMu st erwirtschaften. Einen für dieLandwirte annehmbaren Preis suchte er durch Verbot der Einfuhrfremden Getreides zu halten. Bei schlechter Ernte öffnete er seineMagazine, um die Preissteigerung zu verhüten. Durch fremde An-siedler brachte er viele wüste Strecken des Landes wieder zur Blüte.
In Ostpreußen, welches durch eine Pest vor Antritt seiner Regierung ein Drittelseiner Bevölkerung verloren hatte, gründete er 12 Städte und über 300 Dörfer.17000 protestantische Slllzbmgcr wurden von ihm gegen den Bischof Firmian in Schutzgenommen und acht Jahre vor seinem Tode von ihm hierher gerufen. In der Gegendvon Memel, Tilsit, Gumbinnen wurde ihnen Ackerland zugeteilt und Baumaterialzu Gehöften gegeben; auch baute ihnen der König in unermüdlicher treuer SorgeKirchen und Schulen.
5. Förderung der Gewerbthiitigkeit. — Ebenso eifrig sorgte der König fürdas Aufblühen der Gewerbe. Das Geld sollte imLande bleiben,und die Gewerbetreibenden seines Landes sollten die fremden Waren selbst her-stellen. „Alles sah er, um alles kümmerte er sich." Er brachte es z. B.dahin, daß die Tuchwaren im Inlands verfertigt wurden. Gleich amAnfange seiner Regierung gründete er eine große Tuchfabrik in Berlin, das„Lagerhaus". Er berief geschickte Wollweber aus dem Auslande hierher.Besonders geeignet waren hierzu die böhmischen Protestanten, welche ihrVaterland um der Verfolgung willen hatten verlassen müssen und in Berlin undPotsdam sich hatten niederlassen dürfen (böhmische Kolonie). Zur Förde-rung der inländischen Industrie trug der König selbst nur deutschesTuch; auch in seinem Heere duldete er kein anderes; ferner verboterdie Ein-fuhr fremden Tuches, und endlich sorgte er bei den fremden Regierungen(z. B. Rußland) dafür, daß die preußischen Tuchfabriken das Tuch im Auslandeverkaufen durften, welches ü b er den inländischen Bedarf verfertigt wurde. Kleiderund Vorhänge von Kattun verbot er; seine Unterthanen sollten im Inlandsverfertigte leinene beschaffen.
6. Pflege der Schule. — Der König errichtete nicht bloß 2000 neueSchulen, er sorgte auch für das geregelte Einkommen der Lehrerund verlangte, daß alle Kinder vom S.—12. Jahre in die Schule geschickt wur-den. In seinem Staat sollte jeder lesen, schreiben, rechnen lernen und in GottesWort unterwiesen werden. Bei seinen In sp ekti o n sre isen kam er auch in die