Babylonier und Assyrer.
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gelegt und bedeutende Kriegszüge unternommen haben. Ihre Nachfolger,wird weiter erzählt, versanken jedoch in Ueppigkeit und Schwelgerei undführten so den Verfall und endlich den Untergang des Reiches herbei.
Aus der Reihe der geschichtlich sicheren Könige Assyrien's nennen wir:
Tiglath Pilesar (740), Salmanassar (722) und Sanherib(710). Der wichtigste war Salmanassar; dieser zerstörte das Reich Israel Salmanas-und führte die 10 dazu gehörigen Stämme in die assyrische Gefangen- sar.schaft (722 vor Chr.). Aber schon unter Sanherib, der das abhängige Me-dien freigeben mußte, beginnt das Sinken des Staates, und um's Jahr 606vor Chr. nimmt das assyrische Reich ein Ende. Da empörte sich Nabo-polassar, der kriegerische Statthalter von Babylon, wider den assyrischenKönig Sarakos (Sardanapal III.) und eroberte in Verbindung mitCyaxares, dem Beherrscher Medien's, die Stadt Ninive (606). Alsder Feind in die Stadt eindringt, läßt Sarakos die Königsburg anzündenund verbrennt sich darin mit seinen Weibern und Schätzen. Die Stadtwurde zerstört und das Land unter die beiden Sieger vertheilt.
Zwei Jahre nach Ninive's Fall starb (604) Nabopolassar und ihmfolgte sein Sohn Nebukadnezar (604—561), welcher die BlüthezcitBabylonien's hervorrief. Noch bei Lebzeiten seines Vaters schlug er denägyptischen König Necho bei Circesium^ (606), später eroberte erJerusalem (588) und unterwarf nach dreizehnjähriger Belagerung Tyrus,die Hauptstadt Phönicien's (573). Ein Theil der Juden ist von ihm 606,der Rest derselben 588 in die babylonische Gefangenschaft geschickt worden.
Seine Residenz Babylon erhob er zu dem Umfange und Glänze, wie esvon der Sage der Semiramis zugeschrieben wird. Aber schon unter Nebu-kadnezar's jüngstem Sohne Nabonedus, der in der Bibel Belsazar (Da-niel Kap. 5) heißt, kam Babylonien unter die Botmäßigkeit der Perser (538).
2. Die Religion der Assyrer und Babylonier war Stcrndienst(Sabäismus). Für den höchsten Gott galt Bcl (Baal), der Gott des Sterndienst.Himmels und des Lichts, die persomfizirte Sonne; ihm zur Seite standM ylitta (Astartc), die Mondgöttin. Die Priester suchten .aus dem Standeder Gestirne den göttlichen Willen zu deuten, beobachteten daher genau dasFirmament und gewannen so einige astronomische Kenntniß (Länge desJahres). Doch trieben sie auch Sterndeuterei (Astrologie).
Die Babylonier beschäftigten sich hauptsächlich mit Getreidebau, wozuder Boden sich trefflich eignete; sie verfertigten aber auch kostbare Gewän-der, herrliche Teppiche und geschnittene Steine. Ihr Handel war gleichfallsbedeutend. Sie vertrieben ihre eigenen Waaren und empfingen über denPersischen Meerbusen die Produkte Jndien's, um sie nach den HafenstädtenKlcinasien's zu bringen. Als gute Kaufleute haben sie zuerst Maaß undGewicht eingeführt 2 .
5. Die Meder und Perser.
1. Abkunf t der Meder und Perser. Das goldene Zeitalter des Königs Dssjemschid.
1 CirUPium Stadt am oberen Euphrat, östlich von Damaskus.
2 An der Stelle, wo ehedem Ninive gestanden, sind in neuerer Zeit Aus-grabungen veranstaltet worden. Die Sache wurde 1843 von dem französischenKonsul Botla begonnen und seit 1845 von dem Engländer Layard fortgesetzt.
Die zu Tage geförderten Paläste und Grabgewölbe geben wichtige Aufschlüsse überdas Privatleben der Babylonier. Von Layard sind auch die Ruinen Babylon'^erfolgreich untersucht worden.