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Alte Geschichte.
aus ihrer Mitte wählen zu können. Auch das Ackergesetz wurde ange-nommen. Vorzüglich war es der alte Diktator Kamillus, der durch seinAnsehen die Aussöhnung der Parteien vermittelte. Uebrigens hatte manauch diesmal zu Gunsten der Patrizier die höchste Gewalt in etwas ver-ringert. Von dem Konsulate wurde das Richteramt getrennt und dieseseiner besondern Magistratsperson, dem Prätor, der immer Patrizier seinsollte, übertragen. Ebenso erlangten die Patrizier, daß neben den plebeji-schen zwei patrizische Aedilen — von den Amtsstühlen akäilss ourulss ge-nannt — bestellt wurden.
Seitdem die Patrizier aus dem Hauptvorrechte ihrer Geburt verdrängtwaren, blieb der Kampf um die übrigen Ehrenstellen nur ein Spiel fürdas Volk. Schon nach zwei Jahren (364) wurde ein asäilis ourulis ausdem Plebejerstande gewählt; 8 Jahre später (356) erhielt der PlebejerMarcius Rutilus die Diktatur, 5 Jahre darauf (351) derselbe dieCensur und vierzehn Jahre später (337) Publilius Philo aus ple-bejischem Stande die Prätur. Im Jahre 300, erlangten die Plebejerdurch das Gesetz der Tribunen Quintus und Knejus Ogulnius auchAntheil am Priesterthum, worauf (252) ein Plebejer (Tiberius Korunka-nius) sogar die Stelle des xouliksx muxiraus bekleidete, so daß damitdie völlige Gleichstellung der Stände erreicht war st
28. Die römische Heldenzeit 360—299 vor Chr.
1. Friede zwischen den römischen Parteien. Rom's Heldenzeil 360—290. Krieggegen die Gallier: Manlius Torquatus 361 und Valerius Korvus 348. ErsterSamniterkricg 343 — 341. Krieg gegen die Latiner 340—338. Schlacht am Vesuv;Strenge des Manlius; Aufopferung des Decius Mus. 2. Zweiter Samniter-krieg 326—290. Der Diktator Papirius Kursor. Sieg des llnterfeldherrn Rul-lianus. Kaudinische Pässe 321. Uebergewicht der römischen Waffen. Schlachtbei Sentinum 295. Frieden 290. Die Römer Herren von Mittelitalien; seit272 auch von Unteritalien.
1. Als durch Zulassung der Plebejer zum Konsulate die Eintracht imInnern hergestellt war, konnten sich die Römer mit um so größerer Kraftnach außen wenden. Auch suchte in den folgenden Jahrzehnten ein Standdem andern es an Tugend und namentlich an kriegerischer Tapferkeit vor-zuthun, so daß eine wahre Helden zeit entstand.
Zunächst erprobte sich Rom's Mannheit in einer Fehde mit denGalliern, welche in Streifzügen Mittelitalien heimsuchten. Im Jahre 361forderte ein riesenmäßiger Gallier einen römischen Ritter öffentlich zumZweikampfe heraus. Anfangs wollte Niemand den Kampf bestehen, dannManlius aber ging Titus Manlius, des Manlius Kapitolinus Sohn, auf denTorquatus Gegner los und stieß ihm, nachdem er dem ersten Streiche desselben ge-bOk- schickt ausgewichen, das Schwert in die Weichen. Der Gallier sank todt zuBoden; Manlius riß ihm die goldene Kette (korgues) vom Halse und er-
r Das Ende der langsährigen Streitigkeiten stellte sich gleichsam symbolisch darin der Sage von dem Opfertode des Markus Kurtius. Auf dem Forum wardurch ein Erdbeben eine tiefe Schlucht entstanden, die durch nichts auszufüllen warund nach Aussage der Priester sich nur schließen sollte, wenn das Kostbarste, dasdie Stadt besitze, hineingeworfen werde. In diesen Schlund stürzte sich (362)Kurtius, ein junger patrizischer Krieger, zu Pferd und in voller Rüstung, da Romnichts Kostbareres habe, als die Tapferkeit und Hingabe seiner Bürger, woraufdie Kluft sich sofort schloß.