Band 
Dritter Kursus.
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Kato CensoriuS st 14S vor Chr.

^en hatte die einfache Lebensweise der Römer verändert; in noch höheremGrade geschah dies durch die Feldzüge in Griechenland und Kleinasien.Prunklust, Habsucht und Bestechlichkeit fanden Eingang; die altvaterischeGenügsamkeit und Redlichkeit wurde bei Seite gestellt; mit den erbeutetenschätzen fröhnte man einem üppigen Leben. Gegen solches Vcrderbniß er-hob sich mit Entschiedenheit Markus Porcius Kato, ein Mann von gro-ber Einfalt und Enthaltsamkeit, von altem Schrot und Korn. Er (geb.^34) stammte aus einer plebejischen Familie und hatte im Sabinerland einGut, das er selbst bebaute. Seine ersten Kriegsdienste that er unter Faki-rs, dann focht er mit Auszeichnung in Spanien, Sicilien und Griechen-mnd (bei den Thermopylcn). Als Redner und Schriftsteller wirkte er fürBeobachtung der alten Gebräuche, für Festhalten an dem Hergebrachten.Seiner Meinung nach lag der Grund des eingerissenen Uebels einzig undollein an der Lust am Fremden. Der Römer sollte zum einfachen Land-aben zurückkehren unv alles Ausländische, namentlich Griechische, vermeiden.Mit ungemeiner Heftigkeit verfolgte er daher Alle, welche wie die Scipio-uen als Beförderer griechischer Wissenschaft und Kunst auftraten. Auf seinZuthun wurde Scipio Afrikanus angeklagt, er habe sich vom König Antio-chus bestechen lassen. Scipio erschien an dem bestimmten Tage vor Gericht;anstatt sich aber zu vertheidigen, rief er aus: „An diesem Tage, ihr Rö-wer, habe ich über Hannibal einen herrlichen Sieg erfochten, folgt mir nachbem Kapital, um den Göttern das schuldige Dankopfer zu bringen." VollBegeisterung folgte das Volk ihm nach, und Kläger und Richter standen be-schämt da. Seit dieser Zeit aber mochte Scipio nicht mehr in Rom blei-ben; er begab sich auf sein Landgut in Linternum ^ und starb wie Han-uibal im Jahre 183. Nach seinem Tode erhoben die Tribunen auf Kato'sAntrieb dieselbe Anklage gegen den Bruder des Afrikaners, gegen ScipioAsiatikus. Man verurtheilte ihn zu einer Geldbuße, und er wurde dadurchso arm, daß er von Spenden seiner Freunde leben mußte. — Als Censorberwaltcte Kato sein Amt mit unerbittlicher Strenge. Er ließ die griechi-schen Philosophen aus der Stadt treiben, die Rednerschulen schließen undoie unsittlichen Bacchusfeste untersagen. Schweigern und Prunksüchtigen warso ein harter Verfolger, zog sich aber dadurch den Haß der Reichen zu. Aufohr Anstiften wurde er während seines Lebens 44 mal angeklagt, doch je-desmal von dem Volke, das in dem Feinde der Vornehmen seinen Freund^blickte, freigesprochen. — Noch im hohem Alter hat Kato die griechischeSprache erlernt und dadurch selbst gezeigt, daß starre Anhänglichkeit andem Alten und Herkömmlichen den vorwärts eilenden Bestrebungen zu er-legen pflegt.

Uebrigens ist Kato nicht nur durch seine Strenge als Censor, welcher erden Beinamen „Censorius" verdankt, sondern auch durch seinen fürKarthago so entscheidenden Spruch: ^Ostsrum aonsso, Oartba^iüsm S88Sberühmt geworden. — Er starb im Jahre 149, drei Jahrebor Karthago's Zerstörung.

24. Die Kriege in Spanien. Virtathus 148—14V vor Ehr.Zerstörung Nurnantia's 133 vor Chr.

K ämpfe in Spanien (seit 201). Sulpicius Galba. Aufstand des spanischen

r Linternum, Stadt in Kampanien, an der Küste des mittelländischen Meeresnördlich von Neapel.

M. PorciusKato.

Scipiost 183.