Band 
Dritter Kursus.
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Wenzel 1378—1400.

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den Waffen, um den wortbrüchigen Kaiser fern zu halten. So entbrannte Husiten-ein 17jähriger Krieg (1419—1436), der mit unmenschlicher Grausamkeit krieggeführt wurde. Sigismund erschien wiederholt mit starken Reichsheeren in 1419 — 36.Böhmen, ward aber immer aus dem Lande (bei Prag 1420, bei Deutsch-Brod > 1422, bei Mies i 1427 und bei Tachau^ 1431) hinausgcschlagen.

Die Böhmen standen anfangs unter Johann Ziska, einem kühnenund zur Beherrschung der Massen wunderbar begabten Feldherrn, undnach dessen Tode (1424) unter Prokop dem Großen und Prokopdem Kleinen. Trotz mehrerer Parteiungen — die Kalixtiner wolltennur den Genuß des Kelches, die Taboriten hingegen überhaupt Rückkehrzur apostolischen Einfachheit und Lauterkeit — hielten sie gegen auswärtigeFeinde stets zusammen. Ihre Tapferkeit war so groß, daß ein panischerSchrecken vor ihnen herging; die sonst so kriegerischen Deutschen entwichenmehrmals, ohne einen Kampf gewagt zu haben. Als Böhmen verwüstetwar, so brachen die Husiten in die angrenzenden Länder, in Baiern, Frankenund Meißen ein und verbrannten Städte und Dörfer. Ganz Deutschlandzitterte vor den wüthenden Glaubensstreitern, und so blieb denn kein Aus-weg mehr übrig, als der einer gütlichen Uebereinkunft. Das Konzil zu Konzil zuBasel (1431 — 1448) bot dazu die Hand und wirklich gelang es (1433), Baseldie Kalixtiner durch Gestaltung des Kelches und der Predigt in der Landes- ^31 — 48.spräche zu gewinnen. Die Taboriten, seit Ziska's Tod auch Waisen (Ver-waiste) genannt, beharrten jedoch im Widerstände und konnten erst nachder Niederlage bei Böhmisch-Brod^ (1434), wo sie ihre Anführer, diebeiden Prokope, verloren, zum Gehorsam gebracht werden

Sigismund wurde nun (1436) als König von Böhmen anerkannt,doch starb er schon im folgenden Jahre. Mit ihm war der luxemburgischeMannesstamm erloschen.

4. Beginn der österreichischen Kaiser. — Nach Sigismunderhielt sein Schwiegersohn Albrecht II. von Oesterreich (1438 — 1439) Albrecht II.die deutsche Kaiserkrone, die lange bei dem habsburgischen Hause geblieben 1438 — SS.ist. Albrecht war ein streng rechtlicher Mann, starb aber zum Leidwesender Deutschen schon nach 19 Monaten. Seinem Vetter und NachfolgerFriedrich dcmIII. (1440 — 1493) gebrach es an allen Herrschergaben, na- FriedrichNientlich an Thatkraft und Entschlossenheit, so daß er der Regierung des III.Umfassenden Reichs nicht gewachsen war. Zunächst vereitelte er die Hoffnun- 1440 — 93.gen, welche das Konzil zu Basel für eine Verbesserung der Kirche erregthatte. Von demselben waren nicht nur die husitischen Händel in Betrachtgezogen, sondern auch strenge Gesetze gegen verschiedene Mißbräuche derKirche erlassen und von neuem festgestellt worden, daß eine allgemeineKirchcnversammlung über dem Papste stehe (S. 152). Ob dieser Beschlüssegerieth der Papst Eugen IV. so in Sorge, daß er den ersten Borwandergriff, um das Konzil nach Ferrara ^ (1438) zu verlegen. Allein viele

1 Deutsch-Brod, Stadt 13 Meilen südöstlich von Prag. — Mies, Stadt15 Meilen südwestlich von Prag. — Tachau, Stadt westlich von Mies. — Böh-misch-Brod, Stadt 12 Meilen südlich von Prag. - Ferrara, Stadt in Ober-italien, an einem Arme des Po.

2 Aus den Resten der Taboriten bildete sich seit der Mitte des 15. Jahrhun-derts die böhmische Brüdergemeinde, welche sich trotz vieler Verfolgung bisauf den heutigen Tag erhalten hat. Die Kalixtiner hingegen sind seit dem 16,

Jahrhundert aus der Geschichte verschwunden.