Kalvin -I- 1564.
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für einen Hauptpfeiler ihrer Kirche. Die Königin Johanna von Navarra,Franz des I. Schwester, welche eine heimliche Freundin dieser Partei war,unterhielt sich oft mit ihm über Gegenstände des Glaubens. Als aber dieVerfolgungen gegen die Hugenotten begannen, mußte Kalvin erst aus Parisund dann aus Frankreich entweichen. Ungern, aber gefaßten Muths, ver-ließ er (1534) sein Vaterland; „denn" — so schrieb er — „verdient esdie Wahrheit nicht, in Frankreich zu wohnen, so verdiene ich es noch weni-ger. Gern will ich das Schicksal, das sie trifft, auch mir gefallen lassen."
In Basel, wo der Katholizismus durch Zwingli's Lehre bereitsverdrängt war, fand Kalvin freundliche Aufnahme. Die Gelegenheit hierhebräisch zu lernen, benutzte er auf's beste; auch schrieb er (1535) seinenberühmten „Unterricht in der christlichen Religion" und widmete ihn demKönige Franz dem I., welchem aber seine geistlichen Rathgeber das Buch wahr-scheinlich gar nicht zu Gesicht kommen ließen. Im folgenden Jahre (1536)begab sich Kalvin nach Italien, um seine angegriffene Gesundheit etwasherzustellen. Aus Furcht vor der Inquisition mußte er aber bald wiederauf schweizerisches Gebiet zurückgehen. So kam er (1536) nach Genf,einer Stadt, welche Wohlhabenheit und unabhängigen Sinn besaß undseit einigen Jahren von zwei reformirten Predigern in den neuen Glaubeneingeweiht worden war. Als die beiden Geistlichen Kalvin's Ankunft er-fuhren, so baten sie ihn, einmal zu predigen. Er that es und fand sol-chen Beifall, daß man ihn bald darauf in Genf als Geistlichen anstellte.In seinem Amte war er sehr eifrig: er sorgte für gute Lehrer, unterstütztedie benachbarten Gemeinden mit Rath und That und gab nach Luther'sBeispiel einen kleinen und großen Katechismus heraus. Auch hielt erfleißig Disputationen, verletzte aber dabei nicht selten durch die Hartnäckig-keit, mit der er seine Meinung verfocht. So beharrte er bei seiner Ansicht,als er mit dem Genfer Rath über die Liturgie (äußere Einrichtung desGottesdienstes) in Streit gerieth, und wurde schließlich sogar aus der Stadtgewiesen (1538). Er ging nach Straßburg, wo man ihn zum Predi-ger ernannte. Hier wirkte er gleichfalls segensreich; seine strenge Kirchen-zucht verschaffte ihm eine Achtung, die fast an Furcht grenzte. Auch trater in Straßburg in den Stand der Ehe. Doch gelangten schon nach eini-gen Jahren von Genf aus, wo inzwischen ein neuer Rath an die Spitzegekommen war, Bitten an ihn, dahin zurückzukehren. Und als sich die Ein-ladungen wiederholten, so folgte er 1541 dem Ruf. Man kam ihm mei-lenweit entgegen; Jeder mißbilligte seine Verbannung und wollte sich vondem Antheile daran lossagen, so daß Kalvin im Scherze an einen Freundschrieb: „Wenn ich den Versicherungen der Genfer glauben sollte, so hatkeiner um meine Verweisung gewußt, so müssen mich die Häuser und nichtdie Menschen dieser Stadt vertrieben haben."
2. Seit dieser Zeit blieb Kalvin in Genf und übte auf die Gestal-tung der reformirten Kirche den entschiedensten Einfluß. Er gab ihr diesogenannte Presbyterialverfassung, nach welcher von der GemeindeBorsteher oder Aelteste gewählt werden, um die kirchlichen Angelegenheitenöu ordnen und zu leiten. Auch setzte er ein besonderes Sittengericht einUnd ließ von diesem ungerechte Handlungen mit öffentlichen Kirchenstrafenbelegen. Seine Grundsätze waren ungemein streng, und bei Ausübungseines Amtes schonte er weder Rang noch Stand. Einen Senator, der in
Anschluß andie Refor-mirten.
Flucht.
Aufenthaltin Basel;
in Genf;
in Straß-burg ;
wiederumin Genf.
Kalvin's
Strenge.