Band 
Dritter Kursus.
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Jgnatius Loyola und die Jesuiten 1540.

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gewordenen Mönchsorden jetzt keine Stütze des Papstthumes mehr seinkönnten, daß die römische Kirche fortan zu ihrer Vertheidigung kluge, fein-gebildete und treu ergebene Männer brauche, und daß Loyola und seineFreunde solche wären. Deshalb nahm er sie freundlich auf, veranlaßte sie,sich eine Verfassung zu geben, und bestätigte im Jahre 1540 feierlich dieGesellschaft Jesu oder den „Jesuitenorden", wie sie sich auf die Ver-sicherung Loyola's hin nannten, daß ihm Jesus selbst erschienen sei unddiesem Orden seine Gnade zugesagt habe. Zu den 3 gewöhnlichen Mönchs-gelübden, denen der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams gegen dieOrdensoberen, wurde noch ein 4. gefügt, das Gelübde eines unbedingtenGehorsams gegen den Papst. — Erstes Haupt (General) des Ordens warLoyola, der 1556 starb; Rom wurde Sitz des Generals.

3. Seine innere Gliederung erhielt der Jesuitenorden durch denzweiten General Lainez (ss 1565) und den fünften Aquaviva (1-1615).Der Zweck des Ordens war Beförderung des Katholizismus: Ketzer solltenin den Schooß der allein seligmachenden Kirche zurückgeführt, die Ungläubi-gen bekehrt werden. Die Verfassung war unumschränkt monarchisch: ander Spitze des Ganzen stand der „General", der Niemanden über sich hatteals den Papst. An seiner Seite hatte er 4 Assistenten, unmittelbar unterihm standen die Superioren der Provinzen und die Rektoren der Bezirke.Die Beförderung von einer Stufe zur andern war der Willkür des Gene-rals überlassen. Die Einzelnen hatten sich gegenseitig scharf zu überwachenund den General von Allem, was im Bereich des Ordens vorkam, auf dasGenaueste zu unterrichten. Durchgängig herrschte der strengste Gehorsam.Im Interesse des Ordens mußte Alles aufgehen, was sonst dem Menschentheuer und heilig ist: Vaterland, Verwandtschaft, Freundschaft, Neigung undAbneigung; selbst das eigene Urtheil und das eigene Gewissen wär Nichts,der Orden Alles. Dabei verstand es der Orden vortrefflich, die Geister zuprüfen und jedes einzelne Glied an den Ort zu stellen und zu demZweck zu verwenden, zu dem es ain geeignetsten war. Die Gewandtestenund Verschlagensten sandte man an die Höfe und empfahl sie zu Beichtvä-lern und Prinzenerziehern; die Gelehrtesten beförderte man zu Schulämternoder überließ sie ihrer Neigung zur Schriftstellerei; die Schwärmer sandteman als Missionäre unter die Heiden. Das Gelübde der Armut erließ manden Gliedern der Gesellschaft gern, um sie desto sicherer an das Gelübde desGehorsams zu fesseln. Wer das letztere übertrat, ward sogleich aus demOrden gestoßen.

Damit kein Jesuit durch ein anderes Interesse von dem des Ordensabgezogen würde, stellte man ein Gesetz aus, welches die Mitglieder vonallen kirchlichen Würden ausschloß, wovon in der Folge nur wenig Aus-nahmen gemacht worden sind. Indem man so Keinen zu einer bestimmtenBeschäftigung zwang und die Mitglieder von den geistlichen Geschäftenanderer Orden (als Beten, Messelesen, Horensingen rc.) freisprach, ver-schaffte man ihnen Zeit und Lust, sich auch mit den Wissenschaften zu be-schäftigen. Daher hat kein anderer Orden so viel treffliche Lehrer undSchriftsteller auszuweisen, als der der Jesuiten. Spitzfindige Theologen,eiftige Beichtiger, gewandte Kanzelredner, ausharrende Missionäre, geschickteMeßkünstler, Astronomen und Mechaniker, ja selbst treffliche Gesetzgeber sindin ihm aufgestanden. — Was aber den Jesuiten bei der Menge vorzüglich

Jesui-

tenorden

1540 .

Gliederung

des

Ordens.

Benutzung

der

Mitglieder,

Wissen-

schaftliche

Tüchtigkeit.