Erster Koalitionskrieg von 1792—1795.
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(24. Mai> verlor er Sieg nnd Leben, worauf die Festungen Condisi undValencicnnes' in die Hände der Verbündeten fielen.
Am Rhein hatten indeß (April 1793) die Preußen und Hessen dieFestung Mainz eingeschlossen. Die Stadt hielt sich bis zum 22. Juli,wurde aber dann, unter der Bedingung freien Abzugs, den Preußen über-geben. Da Custine und sein Nachfolger Beauharnais - die Stadt nicht zuentsetzen vermocht, so mußten beide ihre Köpfe unter die Guillotine tragen.
Nach diesen Unfällen entwickelte der Konvent die äußerste Energie. ImAugust 1793 ward ein allgemeines Aufgebot (levöo en müsse) ver-fügt: „Ganz Frankreich", so hieß es, „wird ein Lager, jeder Franzose Sol-dat. Die Unverheirateten ziehen zuerst in den Kampf; die Verheiratetenschmieden Waffen; die Weiber verfertigen Kleider und Zelte; Kinder zupfenCharpic; Greise beleben durch Reden an öffentlichen Plätzen den Muth derKrieger." — Und so geschah es; ganz Frankreich nahm zur Losung: „Ret-tung der Freiheit gegen die äußeren und inneren Feinde!"
Im September drängte Dcsaix die Oesterreichs am Rhein zurück,wogegen die Preußen die Weißenburger Linien' sprengten und Landaubelagerten. Zum Entsatz dieser Festung rückte der General Hoche heran,wurde aber in dem dreitägigen Kampf bei Kaiserslautern' (28. bis30. November) geschlagen und entging dem Fallbeile nur durch Fürsprachedes einflußreichen Carnot. Im Dezember gelang es zwar demselben General,seinen Unfall wieder gut zu machen und die Preußen zur Aufgabe derWeißenburger Linien zu nöthigen, doch mußte er seinen Vortheil im Ge-fängniß büßen, da er seinen Angriffsplan dem Kommissar des Konvents,St. Just, nicht vorgezeigt hatte. Erst Robespierre's Sturz (1794) befreite ihn.
Inzwischen waren die Franzosen auch in den Niederlanden glücklichgewesen. Sie hatten unter Houchard" Dünkirchen (8. September) entsetztund unter Jourdan den Herzog von Koburg bei WattignieZi (15. Ok-tober) geschlagen und zum Rückzug über die Sambre gezwungen.
4. So hatte sich denn der Sieg gegen Ende des Jahres 1793 denrepublikanischen Waffen zugewandt, und auch im nächsten Jahre blieb erihnen getreu. Vergeblich erschienen England, Preußen, Hannover und Hol-land mit neuen Truppen im Felde; vergeblich reiste Kaiser Franz II. zuseinem verstärkten Heere, um den Muth der Soldaten anzufeuern; am22. Mai 1794 wurden die Verbündeten bei Tournay' von Pichegru undam 26. Juni bei Fleurus' von Jourdan in blutigen Schlachten geschlagen <.
Seit diesen Siegen drangen die Franzosen unaufhaltsam vorwärts.Sie nahmen die Plätze Valencicnnes und Condv wieder, besetzten schon am'"i Conds, Stadt und Festung südlich von Lille. — Valeucieunes, Stadtund Festung südwestlich von Condo au derSchelde. — Weißenburger Linien,Verschanzungen im Elsaß am rechten Lauterufcr bis zum Rhein (S. IIS Am». 2).
— Kaiserslautern, Stadt in der bairischen Pfalz an der Lauter. — Wattig-nies, Dorf südlich von Mons. — Tournay, Stadt und Festung an derSchelde.
— Fleurus, Markflecken an der Sambre, südlich von Brüssel.
2 Beauharnais' Wittwe (Josephine) wurde später die Gemahlin Napoleon des I.
" Houchard focht am IS.ScPt. bei Eonrtray (unfern Lille) unglücklich gegenden österreichischen General Beaulien und wurde darum am 26. November zurGuillotine geschickt.
4 In der Schlacht bei Fleurus hatten die Franzosen von einem Luftballonaus die feindliche Stellung beobachten lassen.
Spieß u. Beriet, Weltgeschichte III. I. Aufl.
Mainz.
I-oves snmasss.
Kaiserslau-
tern.
Wattignies.
1794.
Tournay;
Fleurus.
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