Der Kr^eg auf der pyrneäischen Halbinsel 1807—1814. 237
schüttert worden, dennoch machte erst die Schlacht bei Toulouse ^ (10.April Toulouse1814), wo Wellington über Soult siegte, dem Krieg ein Ende zu einer 1814.Zeit, wo Ferdinand VII. schon aus seiner Gefangenschaft nach Madridzurückgekehrt und Napoleon bereits entthront war.
81. Der Befreiungskrieg 1813 1815.
1. Chef des Genrralstirds n. Scharnhoisf.
1. Oesterreichs Kampf gegen Frankreich 1809. Berechtigte Hoffnung anf Erfolg.
Schlachten bei Eckmühl und Regensburg (19.-23. April). Napoleou's Niederlagebei Asperu; sein Sieg bei Wagram. Friede zu Wien. Deutschland unter dem Jochder Fremdherrschaft. Russischer Krieg 1812. Ausruf Friedrich Wilhelm des III.
1813. 2. Scharnhorst, geb. 17S5: in hannöver'schem Militärdienste 1777, inpreußischem 1801; seine Theilnahme an der Schlacht bei Auerstädt und dem Rückzuge Blücher's nach Lübeck. Die Schlachten bei Eylan und Friedland. Friede zuTilsit. 3. Scharnhorst Präsident der Kommission zur Verbesserung des Heerwesens:
Einexerzireu der Mannschaften; Ankauf von Waffen und Schlußbedarf. Vertragzu Kalisch 1813. Scharnhorst Chef des Generalstabs. Scblacht bei Großgörschen.
Scharnhorst's Tod (1813) und Charakter.
1. Trotz der erlittenen (S. 233) Unfälle glaubte Oesterreich sichJahre 1809 berufen, gegen die schrankenlose Tyrannei und Vergrößerungs- Kriegsucht Napoleou's in den Kampf zu treten. Und wenn irgend jemals, so ^ 1809.konnte es bei seinem verbesserten Heerwesen, bei der großen Masse streil-geübter Truppen (290,000 Mann) und bei der ächten Begeisterung seinerNation damals auf einen glücklichen Erfolg seiner Waffen hoffen. Abernoch einmal trug das Feldherrntalent Napoleou's den Sieg davon. Mitgewohnter Schnelligkeit verließ der Kaiser Paris am 13. April und waram 17. schon an der Donau, während die Oesterreichcr nur langsam vor-rückten und überdies ihre Kräfte zersplitterten. Napoleon hatte nur wenigefranzösische Regimenter bei sich und sagte, wie zum Hohn, zu den Truppender Rheinbundsürsten (S. 233 Anm. 3), zu den Baiern, Würtembergern rc. :
„Kein Franzose ist unter euch: ihr allein sollt die Oesterreichcr schlagen!"
Schon am 19. April griff er die Feinde an und besiegte sie in fünftägigerSchlacht (bis 23. April), am entscheidendsten bei Eckmühl ^ und Regens- Eckmühl u.bürg. Der Erzherzog Karl mußte sich nach Böhmen zurückziehen,und dem "tegeus-Gcgner die Straße nach Wien offen lassen, welches dieser schon am 13. Maibesetzte. Aber noch einmal erhob sich der Erzherzog Karl, und bei Aspern ^ Aspern.(21. Mai) wurde Napoleon auf's Haupt geschlagen. Deutschland jubelte,zumal auch die Tiroler alle Angriffe der Franzosen und Baiern zurück-wiesen, und im Norden unseres Vaterlands kühne Männer, wie der Major
von Schill und der Herzog Wilhelm von Braunschwcig, aufeigne Hand das Schwert zogen. Doch alle Hoffnungen erloschen, als Na-poleon in derSchlacht bei Wagram ^ (6. Juli) wieder den Sieg an seine Wagram.Fahnen fesselte und Oesterreich sich zudem Frieden zu Wien (14. Okto-ber) gezwungen sah. Und dennoch kam des Vaterlandes Erlösung, aber erstnach einem furchtbaren Drucke von viertehalb Jahren. Moskau ward derScheiterhaufen der Macht und Größe Napolcon's (1812). In den Eisgc- Rußland
filden Rußland's hielt der allmächtige Gott Gericht über den übermüthi- 1812.
r Toulouse, Stadt an der Garouue. — Eckmühl Dorf, in llnterbaiern,südlich von Regeusburg. — Aspern, Dorf, Wien östlich gegenüber. — Wagram,
Dorf, nördlich von der Insel Loban.