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Neue Geschichte.
Großgör-
scheu.
Scharn-horsti- 1813.
Scharn-
horst's
Charakter.
Bülow,geb. 1755.
Seine Er^ziehung.
Scharnhorst selbst die Stelle eines Chefs des Gencralstabes bekleidete. Alssolcher befand er sich in der Schlacht bei Großgörschen' (2. Mai 1813)und ward hier von einer Kartätschcnkugel gefährlich getroffen. Seine Wundenicht achtend, ließ er sich nach Prag bringen, um im Auftrag seines Königs„mit Blut um Oesterreich zu werben"; hier aber ereilte ihn der Tod(28. Juni 1813), nachdem er, wenn auch nicht die volle Sonne, doch dieMorgenröthe der Freiheit für sein Vaterland hatte anbrechen sehen. —Ihm, „dem Waffenschmied deutscher Freiheit", hat man sowohl zu Pragals Berlin ein Denkmal errichtet.
Scharnhorst, eher mager, als wohlbeleibt, hatte keine straffe, mili-tärische Haltung, sondern ging etwas nach vorn geneigt. Sein Gesicht warvon edler Form, voll ernster Züge, sein blaues Auge groß, geistreich, offen,schön. In der Tiefe seines Herzens wohnten Gerechtigkeit, Redlichkeit, Unbe-stechlichkeit, daneben Duldung, Nachsicht und Freundlichkeit. Bei aller Offen-heit im gewöhnlichen Leben, war er in Staats- und Kricgsangelegenhcitenäußerst vorsichtig und zurückhaltend; weder Eitelkeit noch Leidenschaft konn-ten ihn verleiten, seine Pläne preiszugeben. Die Franzosen, welche viel aufdas Aeußere zu geben Pflegen, erkannten seine herrlichen Gaben nicht undhielten ihn für einen unpraktischen Kriegskünstler und Gelehrten. — Durcheigene Kraft von der Hütte bis zu den Stufen des Thrones gelangt, wußteScharnhorst Kraft zu schätzen und zu benutzen; aber in der Nähe des Thro-nes blieb er der Üneigennützigkcit und sparsamen Genügsamkeit seiner vä-terlichen Hütte getreu. Und dieser edle Mann, durch dessen Hände Millio-nen hinglitten, hat auch nicht den Schmutz eines Kupserpfennigs darankleben lassen: er ist arm gestorben.
II. Graf Litton, non Drnmuntz.
1. Bülow, geb. 1755; seine Erziehung, sein Eintritt in preußische Dienste; Lieute-nant 1779, später Maior und Begleiter des Prinzen Louis Ferdinand. Theilnahmeam Feldzuge 1793. Befehlshaber des Reservekorps in Ostpreußen 1806; Ver-wundung bei Währungen 1807. Bülow's Zuversicht. Theilnahme Prenßen's amFeldznge gegen Rußland 1812. Bülow Gouverneur von Ost- und Westpreuhen.Prenßen's Kriegserklärung gegen Frankreich 1813. Bülow's Aufgabe nach derSchlacht bei Großgörschen. 2. Seine Siege bei Großbeeren 23. August und bei Denue-witz 6. September. 3. Theilnahme Bülow's an der Schlacht bei Leipzig 18. Oktober.Einzug in Paris 31. März 1814. „Graf von Dennewitz". Bülow's Mitwirkungin der Schlacht bei Waterloo 18. Juni 1815. Bülow's Tod. Sein Charakter.
1. Das freiherrliche Geschlecht der Bülow hat sich seit Jahrhunder-ten in Hof -, Civil - und Militärdiensten der norddeutschen Staaten ausge-zeichnet. Am berühmtesten aber wnrde der den 16. Februar 1755 zu Fal-kenburg in der Altmark geborene Friedrich Wilhelm, dessen glän-zende Thaten im Befreiungskrieg ihm eine der ersten Stellen unter denvaterländischen Helden sichern.
Unter den Augen seines Vaters, der wie ein wahrer Freiherr ausseinem Schlosse lebte, wuchs der junge Bülow nebst seinen vier Brüdern inländlicher Stille heran. Bei einem Hofmeister und einer Gouvernantelernten die Knaben die gewöhnlichen Schulkenntnisse, Französisch und La-teinisch, doch wandten sie sich, der Neigung ihres Vaters folgend, auch derDichtkunst und Musik zu. Friedrich Wilhelm trat mit dem 14. Lebensjahre(1769) in preußische Kriegsdienste, rückte aber erst nach lOjährigem Harren
, Großgörschen, Dorf westlich von Leipzig, zwischenNaumburg und Halle.