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Neue Geschichte.
Deutschland. — Die Ausschreitungen der deutschen Jugend boten ihm er-wünschte Gelegenheit, dem König Friedrich Wilhelm dem III. dieSchreckbilder einer drohenden Revolution vorzuspiegeln und ihn mit Be-sorgniß von der Macht des im Stillen wirkenden revolutionären Geisteszu erfüllen. Von Ertheilung einer Verfassung war nun in Preußen keine Redemehr, und der preußische Minister Hardenberg, der früher Stein's (S. 239Anm.) patriotische unv liberale Politik befolgt, schlug sich jetzt eben so leichtauf die andere Seite. Da in dem erstarrten österreichischen Kaiserstaat keinepolitischen Unruhen vorkamen, so schob Metternich bei Verfolgung der„Demagogen" Preußen in den Vordergrund und gewann dabei noch denbesonderen Vortheil, die öffentliche Meinung gegen diesen Staat, auf dembis dahin die deutschen Hoffnungen beruht, zu verbittern und sein politischesAnsehen zu schwächen. Es folgten nun jene Maßregelungen der tüchtigstenund edelsten Männer in den deutschen Staaten, die Schließung der Turn-plätze in Preußen (1819) und endlich die unter Metternich's Vorsitz gefaßtenreaktionären Karlsbader Beschlüsse vom 6. August 1819, welche inder Wiener Schlußakte am 1K. Mai 1820 noch eine Steigerung fanden.Mittel- u. Das politische Leben Deutschland's war völlig begraben, und nur dieKleinst««- konstitutionellen Verfassungen, die einzelne Fürsten ihren Staaten gegenMetternich's Willen gaben (Sachsen-Weimar 1816; Nassau, Baiern, Ba-den 1818; Würtemberg 1819; Heffen-Darmstadt 1821), hielten die Hoff-nung auf eine bessere Zukunft aufrecht.
II. Spanien und Portugal 1813—1830.
1. Spanien. Aufhebung der Verfassung 1814. Riego 1820. Wiederherstellungder Verfassung. Die Franzosen in Spanien 1823. Wiederaufhebung der Ver-fassung 1824. Don Karlos 1827. Aufhebung des salischen Gesetzes 1830. Fer-dinand VII. j- 1833. Die amerikanischen Kolonien. 2. Portugal. Johann VI.wieder in Portugal 1821 sBrasilien Kaiserreich 1822). Königin Maria 1826.
Kanipf gegen Don Miguel bis 1834.
1. Spanien. Noch ehe Ferdinand VII. (S, 237f.) nach MadridAushebung zurückkehrte, erklärte er von Valencia i aus (4. Mai 1814) die Kortes-der Verfas- Verfassung für aufgehoben. Die Steuerfreiheit des Adels und der Geistlichkeitjung wurde wieder hergestellt, die Inquisition und Folter wieder eingeführt, die1814. Jesuiten wurden zurückberufen und den Klöstern ihre früheren Gerechtsameund Besitzungen zurückgegeben. Eine furchtbare Verfolgung erging nicht nurüber die Josephinos, d. h. diejenigen, welche zur Zeit der Franzosenherrschaftein Amt bekleidet, sondern auch über die Bandenführer, welche ihr Blut fürKönig und Vaterland vergossen, und besonders über die Anhänger der Kortes.Bis zum Juli 1814 zählte man schon 50,000 Verhaftete, von denen diemeisten nach Folterqualen durch Henkers Hand den Tod erlitten. Und damitwar die Rache des Königs und seiner Umgebung, welche von den Gegnern„Kamarilla" genannt wurde, noch nicht befriedigt. Aus Furcht verließenTausende ihr Vaterland; die Verwaltung gerieth in die größte Verwirrung;Landbau und Gewerbe sanken; Räuberbanden trieben frech ihr Wesen. Amgrößten war die Mißstimmung im Heere, dem oft der Sold ausblieb, undFerdinand suchte sie dadurch zu dämpfen, daß er die unruhigsten Regimenterin die spanischen Kolonien Amerika's übersetzen ließ.
r Valencia, Stadt im östlichen Spanien, am Gnadalaviar.