Band 
Dritter Kursus.
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Italien seit 1848.

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ziehen unv am 9. August 1848 einen Waffenstillstand mit Oesterreichschließen mußte.

Der Sieg der österreichischen Waffen blieb nicht ohne Einfluß auf dasSchicksal Mittel- und Süditalien's. In Palermo auf Sicilien warschon am 12. Januar 1848 ein offener Aufstand ausgebrochen, der die Be-satzung zur Einschiffung nöthigte. Die Bewegung pflanzte sich nach Neapelfort und veranlaßte König Ferdinand den II. zur Gewährung einer kon-stitutionellen Verfassung <29. Januar 1848). Aber bei dem Zusammen-tritt der Kammern (15. Mai) kam es zu Unruhen, welche von den Schwei-zertruppen rasch unterdrückt wurden. Später (September) setzten 8000Mann nach dem widerspenstigen Sicilien über und eroberten unter hefti-gem Blutvergießen zunächst Meffina i dann — nach mehrmonatlichem Waf-fenstillstände — Katania i (g. April 1849) und zuletzt Palermo (17. Mai).— Von Verfassung und Parlament war nun nicht mehr die Rede.

Indeß war auch im Kirchenstaate eine Aenderung der Sachlageeingetreten. Weil der Papst die weitgehenden Forderungen der radikalenPartei nicht erfüllte, brach zu Rom offener Aufruhr aus, so daß Pius IX.<25. November 1848s nach Gaöta^ entfloh, wo ihm der König vonNeapel Schutz gewährte. In Rom erlangte nun der Genuefe Mazzini,die Seele der Erhebung und der Stifter des Geheimbundes „das jungeItalien," die Oberhand. Eine konstituirende Versammlung erklärte am5. Februar 1849 die weltliche Macht des Papstes für aufgehoben und führtedie Republik ein. — Diese Vorfälle äußerten auch aus Toskana ihrenRückschlag: dort verließ (7. Februar 1849) der Großherzog Leopold II.fein Land, worauf gleichfalls die Republik ausgerufen wurde.

Während Oesterreich noch in den furchtbaren Kampf mit Ungarn(S. 273) verwickelt war, kündigte Karl Albrecht von Sardinien am16. März 1849 den Waffenstillstand. Doch der greise Radetzky zogmit jugendlichem Feuer in den Krieg und schlug die Sarden bei M or-tara ' (21. März 1849) und bei Novara ' (23. März) so entschiedenauf das Haupt, daß Karl Albert noch auf dem Schlachtfelde die Krone zuGunsten seines Sohnes, Viktor Emanuel des II., niederlegte undnach Portugal ging, wo er schon nach drei Monaten starb. — Der neueKönig schloß mit den Oesterreichern Frieden (5. August zu Mailand), mußteaber 75 Millionen Franken Kriegskosten bezahlen. Die ganze Lombardeiund Venedig kamen wieder unter österreichische Herrschaft; der Grosther-zog von Toskana kehrte in sein Land zurück, wie dies schon früher fei-ten der Herzöge von Modena und Parma der Fall gewesen war.

Noch harrte der Papst auf Wiedereinsetzung in seine Machtstellung. DieOcsterreicher rückten daher in den Kirchenstaat und besetzten Bologna undAnkona. Auch Ludwig Napoleon, der im Dezember 1848 erwählte Prä-sident der französischen Republik, sendete ein Heer unter dem General Ou-dinot. Letzterer landete am 29. April 1849 in Ctvitavecchia ' und gingmit seinen 8000 Mann auf Rom los, wurde aber von dem Freischaaren-

Aufstand inÜnter-italien1848-49.

RomRepublikFebr. 1849.

AbermaligeNiederlageKarlAlbert'sMärz 1849.

Wiederein-setzung desPapstes.

Hessina, zweite Stadt der Insel Sicilien an deren Nordostküste. -Katania, dritte Stadt am Südostfuß des Aetna am romschm Meere. - Gaota,Stadt und Festung am mittelländischen Meere, iiordlich von Neapel. Dtort ar a,Stadt südwestlich von Mailand. - Novara. Stadt , westlich von Marland. -Civitavecchia, Festung und Hafenstadt nordwestlich von Rom.