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Erstes Kapitel: Die Revolution bis zur Erklärung der Republik.
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Als man hörte vom Rechte der Menschen, das allen gemein sei,
Von der begeisternden Freiheit und von der löblichen Gleichheit!
Damals hoffte jeder, sich selbst zu leben; es schien sichAufzulösen das Band, das viele Länder umstrickte, ^
Das der Müßiggang und der Eigennutz in der Hand hielt.
Doch von diesen theoretischen Betrachtungen zu einem tatsächlichenEingreifen war noch ein sehr weiter Weg. Zwei Fragen schienen rndeseinen Konflikt mit Frankreich herbeizuführen: das Treiben ^r Eml-granten aus deutschem Boden und die auch für deutsche Verhältnissebedeutungsvolle Aushebung der Feudalrechte in der Nacht vom der4-/5. August 1789. Bis dahin hatten noch viele deutsche Landeshoheitensich aus französischem Gebiete, namentlich im Elsaß, geltendgemacht; siewaren mit Zehnten, Fronden, Patrimonialgerichten, Leibeigenen aus-gestattet und durch Staatsverträge geschäht gewesen; von dem allen solltenun nicht mehr die Rede sein. Die hauptsächlich verletzten deutschen Reichs-stände waren die drei geistlichen Kurfürsten, die rheinischen Bischöfe, duHäuser Hessen-Darmstadt, Baden Nassau, Württemberg, Zweibrücken, einTeil der Reichsritterschast, die alle nach ihrer Angabe Verluste vonMindestens 100 Millionen Livres erlitten. Für diese nun richtete KaiserLeopold II. am 14. Dezember 1790 eine Note an die französische Regierung, D°z. i?s»Dre letztere beantwortete diese Note dahin, daß die ganze Frage dasdeutsche Reich nichts anginge, da die betreffenden Gebiete, innerhalb derfranzösischen Grenzen gelegen, auch der Wandlung der französischen Gesetz-gebung folgen müßten, doch wollte sie, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen,den Geschädigten eine entsprechende Entschädigung darbieten. Davonwollten aber die meisten nichts wissen, doch war das deutsche Reich vielzu ohnmächtig, um deswegen einen Krieg zu beginnen. Schlimmer lagdie Emigrantensrage. Diese hatten von Koblenz aus ihre die Staaten auf-reizende Tätigkeit fortgesetzt; sie erhielten aus den kurfürstlichen ZeughäusernWaffen, stellten an mehreren Orten des Rheins Werbungen an und bildeteneigene Truppenkorps, setzten dabei aber das ganze liederliche Treiben desalten französischen Hofes in der unverschämtesten Weise fort. Jetzt, wodie Verfassung in ihrem Vaterlande fertig, vom Könige angenommen undeine Amnestie erlassen war, unter deren Schuhe sie hätten zurückkehrenkönnen, wie der König sie damals dringend und mit allem Ernst auf-forderte, wäre es ihre Pflicht gewesen, dem Rufe zu folgen und, alte, ver-kehrte und lästige Vorrechte aufgebend, die Elemente der Ordnung inFrankreich verstärken und Ruhe und Sicherheit in die Verwaltungzurückführen zu helfen. Statt dessen suchten sie die deutschen Mächtezum Kriege gegen ihr Vaterland zu treiben.
Der Kaiser Leopold II-, ein ruhiger, besonnener, hellblickender Staats-mann, kam dadurch in eine schwierige Lage, in einen schweren Kampf »inezwischen seinem Herzen und der Politik. Trieb ihn auf der einen Seite dasSchicksal seiner Schwester auf dem Throne Frankreichs zur Hilfe an, so hieltenihn auf der andern Seite die verwirrten Verhältnisse seines eigenen Reichesvon einem weitaussehenden Kriege mit Frankreich ab. Noch waren seineErbstaaten in unruhiger Bewegung, Ungarn in drohender Haltung, dieniederländischen Provinzen kaum wieder gewonnen, noch war der Türken-krieg im Gang, mit Preußen bestand ein gespanntes Verhältnis voll Miß-trauen und Eifersucht, in Polen tobten bürgerliche Kämpfe, in Petersburglegierte eine herrschsüctige Kaiserin, welche die Bundesgenossenschaft mit
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