Erstes Kapitel: Die Revolution bis zur Erklärung der Republik.
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große Namen; dadurch imponierte sie dem Volke, wenngleich dieses jederPersönlichen Auszeichnung abhold war. Die gegenwärtige Versammlungist kaum mehr als eine Beratung von Advokaten aus allen Städten undDörfern Frankreichs." Und in der Tat: 400 von den 745 Abgeordnetenwaren Advokaten, die zumeist den untersten Stufen ihres Standes ent-stammten, etwa zwanzig waren beeidigte Priester und ebenso viele unbe-deutende Dichter und Literaten. Alle diese Leute besaßen kein Vermögen.Die meisten zählten weniger als dreißig Jahre; sechzig waren wenigerals sechsundzwanzig Jahre alt. Fast alle hatten ihre politische Aus-bildung in Klubs und Volksversammlungen erlangt. Es war kein einzigerPrälat oder Aristokrat aus dem vorrevolutionären Frankreich, kein einzigerGroßgrundbesitzer, kein hervorragender Fachmann aus dem Gebiete derVerwaltung, der Finanzen, Diplomatie und des Kriegswesens vorhanden.In einer solchen Versammlung erhielt rasch der schroff und rücksichtslosvorgehende Teil das Übergewicht. Trotz der Agitation der Jakobinerwaren ungefähr hundert Anhänger der konstitutionellen Monarchie gewähltworden, unter ihnen Vaublanc, Beugnot, Dumas u. a-, die sogenanntenFeuillants. Sie bildeten die Rechte und suchten den Jakobinern Wider-stand zu leisten. Anfangs schien ihnen die Mehrheit sicher, denn 164 vonden 400 Mitgliedern des Zentrums gehörten ebenfalls dem Vereine derFeuillants an. Die Linke umfaßte eigentlich bloß 136 Mitglieder desJakobinerklubs und hundert andere Abgeordnete, die fast stets mit ihnenstimmten, allein sie ersetzten die geringe Zahl durch die Schroffheit ihrerMeinungen. In erster Linie standen'hier Guadet, Brissot, Gensonne,Vergniaud, Ducos, Condorcet, die künftigen Führer der Girondisten(viele Mitglieder dieser Partei stammten aus Bordeaux und dem Departe-ment Gironde), lauter Advokaten oder Schriftsteller, die in ihrem Doktrina-rismus aus ihren politischen Glauben stolz und von ihren Überzeugungenvollkommen durchdrungen waren. Sie waren der Ansicht, daß man ver-pflichtet sei, die einmal als richtig erkannten Grundsätze rückhaltlos zurAnwendung zu bringen; sie wollten keine Halbheiten, wie die National-versammlung sie begangen hätte. Sie scheuten nicht vor dem Bündnismit den ärgsten Demagogen der äußersten Linken, der Bergpartei,zurück, einem Chabot, Couthon, Merlin, Bazire, Thuriot, Lacointre, dievon außen noch durch Danton, Robespierre und Marat getrieben wurden.Sie glaubten sich dieser Zerstörer und Gleichmache als ihrer Werkzeugebedienen zu können; in Wirklichkeit wurden sie selbst bald deren Werk-zeuge. Da sie ihre Anträge um jeden Preis durchsetzen wollten, so be-dienten sie sich dazu des allerschlimmsten Mittels, des Pöbels und derMitwirkung der Galerien. So gelang es den Jakobinern bald, dieRechte, die Feuillants, zu sprengen. Und noch ein anderes, viel wirk-sameres Mittel, die besseren und vernünftigeren Elemente niederzuzwingen,wurde außerhalb des Sitzungssaales angewendet. Die Pariser Bürger-schaft, die an Baillys Stelle den Republikaner Pe'tion zu ihrem Mairemachte und Robespierre und Danton in den Gemeinderat wählte, übteeine furchtbare Gewalt aus die Deputierten aus. Der Jakobinerklub nahman Macht und Bedeutung zu und mehrte feinen Anhang in den Provinzen.Robespierre, Marat (der in seinem „Volkssreund" (8 9) allen, die durch Geburtoder Vermögen über dem Pöbel standen, Untergang und Verderben drohte),der gewesene Schauspieler Collot d'Herbois, der Journalist Tallien, der