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Zweites Kapitel: Frankreich als Republik.
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und die Lieferungen der Kriegsbedürfnisse aus Gewinnsucht schlecht besorgthätten. Ju seinem Verdruß gab er nicht undeutlich zu erkennen, daß eruns den Sturz des Konvents und die Wiederherstellung einer monarchischenErfassung mit dem Sohne des Herzogs von Orleans, Louis Philipp (späterKönig der Franzosen), der sich bei seinem Heere befand, als König sinne.
Der Konvent, von allem unterrichtet, setzte Dumouriez in Anklagestand undlud ihn zur Verantwortung nach Paris. Aber dieser hatte bereits Unter-handlungen mit Clairsait eingeleitet. Er ließ daher die Abgeordneten des-Konvents verhaften und den Feinden ausliefern, dann begab er sich selbstUlit Louis Philipp und etwa 1500 Mann seiner Truppen in das feind-liche Lager, aber die Koalition verschmähte ihre Dienste. Dumouriez, vonoem Konvent geächtet, lebte fortan bald auf dänischem, bald aus englischemGebiet und starb am 14. März 1823 in der Nähe von London, selbstvon dem realistischen Frankreich ausgestoßen; Louis Philipp fand in derSchweiz eine Zufluchtsstätte.
Belgien kam durch den Sieg bei Neerwinden wieder in die Händever Verbündeten und büßte schwer für seine republikanischen Sympathien.
Die Österreicher aber, welche Conde und Valenciennes an der belgischenGrenze dem General Custine abnahmen, der für diesen Verlust später aufder Guillotine bluten mußte, wünschten, von Thuguts preußenfeindlicherPolitik geleitet, sich in dem französischen Flandern festzusetzen, und be-trachteten mit Mißtrauen die polnischen Pläne der Preußen. Die Eng-länder hatten ihre Blicke auf Dünkirchen gerichtet, das sie einst besessenhatten und nun wieder zu gewinnen hofften. Unter solchen Umständenkonnten die Kriegsunternehmungen der Verbündeten nur geringen Fort-gang nehmen, wenngleich im Ansang die bessere Übung der österreichischenund preußischen Truppen und die tapfere Haltung ihrer Reiterei über dieFeinde manchen Vorteil davontrugen. In den Niederlanden wurde dasenglisch-holländische Heer von den mißtrauischen Österreichern nicht gehörigunterstützt, so daß es dem republikanischen General Houchard möglichwurde, bei Hondschooten einen nicht unbedeutenden Sieg zu erfechten.
Noch nachteiliger war die Wirkung dieser zwieträchtigen und mißtrauischenHaltung bei der Rheinarmee. Zwar war Mainz wieder in die Hände der^erblindeten gefallen — die Übergabe kostete dem General Beauharnais, 23. Juli i?gszu spät zum Entsatz gekommen war, das Leben —, und die preußischenGruppen unter dem Herzog von Braunschweig hatten das Gebiet an der^ueich und Lauter bis zur Saar besetzt und mit alter Tapferkeit dieFranzosen bei Pirmasens und in dem blutigen Treffen bei Kaisers- u. Sept..untern zurückgeschlagen, aber der österreichische General Wurmser führteun Elsaß den Krieg auf eigne Hand und suchte , im Einvernehmen mitbn Rohalisten und Aristokraten in Straßburg und andern Drten eineGegenrevolution zu bewirken. Dieses Vorhaben hinderte den Herzog, seinerege rechtzeitig auszunutzen; zudem schlug es gänzlich fehl und zog dieutige Rache der Republikaner aus die Unzufriedenen und Verdächtigen. lsaß herab. Denn der Konvent, jede Niederlage und jedes Miß-s, L uls die Folge aristokratischer Verräterei ansehend, entwickelte einel rchtbare Tatkraft, um durch Schrecken über alle Feinde und Widersacher0 triumphieren. Houchard, der Sieger bei Hondschooten, blutete, wievorher Custine und Beauharnais, auf der Guillotine, weil er derendlichen Übermacht bei Courtray hatte weichen müssen.
8. Sept.
Krieg amRheins
1793