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Vierter Band.
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18.

Zweites Kapitel: Frankreich als Republik.

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lutions-

tribunal

1793

lassen, inne werden, daß sie dadurch die moralische Selbstvernichtung ihrerPartei und den Anfang ihres Endes herbeigeführt hatten.

Nach dem Tode des Königs legte sich der Konvent die ausübende undgesetzgebende Gewalt bei und teilte die verschiedenen Arbeiten verschiedenenAusschüssen (Comites) zu. Diese wurden allmählich mit immer größerer Ge-walt ausgerüstet und aus eine immer kleinere Zahl beschränkt, bis zuletzt derAusschuß der öffentlichen Sicherheit alle Gewalt an sich nß und deraus neun Mitgliedern bestehende Wohlfahrtsausschuß die Schreckensgesetzeentwarf, die dann der Konvent bestätigte. Diese Ausschüsse, besonders derletztere, beherrschten Frankreich mit unerhörter Despotie. Das Hauptmittel ihrerTyrannei war das aus zwölf Geschworenen und fünf Richtern bestehendeRevolutions-Tribunal, bei welchem Fouquier Tinville das Amteines öffentlichen Anklägers versah. Dieser Gerichtshof, dem nach einem Gesetzevom 8. April auch die Konventsmitglieder unterworfen waren, fällte nur Todes-urteile, bei denen weder Appellation noch Begnadigung stattfand. Marat,der neben Robespierre im Jakobinerklub das meiste Ansehen hatte, forderteimmer kecker die Armen zum Kampfe gegen die Reichen, den Pöbel zur Vernichtungaller Gebildeten auf. Bald sah sich jedoch Maral überboten von Hebert, derin dem Volksblatte xors vuellssno die äußerste Grenze des Zymsmus betrat,indem er in seinem von unflätigen Ausdrücken strotzenden Journale die Hefedes Volkes zu Mord und Aufständen zu reizen suchte. Nach ihren Grundsätzenhandelte der Gemeinderat von Paris, an dessen Spitze nach dem Sturze Petionsder Jakobiner Pache als Maire und Chaumette als Syndikus standen. Schlag-fertige Fäuste fanden sie teils in der Nationalgarde, die unter Henriots Ober-befehl sich in eine Schar von „Sansculotten" („Ohnehosen", weil die langenPantalons als demokratisch galten im Gegensatz zu den aristokratischen oulottosfKniehosens) verwandelte, teils in zwei im Mai ausgehobenen Revolutions-urineen, wovon die eine die Aristokraten in Ordnung halten, die andere gegendie Vendee (Z 19) ziehen sollte. Für Pöbeltumulte sorgten die Ausschüsse S°m°ns-der Sektionen, an die sich Marat, Danton, Camille Desmoulins u. a.wendeten, wenn sie den Konvent zu einer Maßregel zwingen wollten. Die ausfe zwtz(s Mann bestehenden Sektionsausschüsse übten die Polizei in ihren Distrikten,teilten Sicherheitskarten aus und berieten in nächtlichen Versammlungen überdie zu ergreifenden Maßregeln. Durch diese von den Jakobinern im ganzenReiche begründete Einrichtung kam die Macht gänzlich in die Gewalt der unterstenEsklassen. Alle Wohlhabenden schwebten in steter Gefahr, beraubt zu werden,und mußten sich zur Erhaltung der brodlofen Menge hohen Zwangsanleihenund Progressivsteuern unterwerfen. Die Bäckerläden und Krämerbuden wurdenhäufig von den Weibern der Vorstädte und den „harten Fäusten" der Proletariergeplündert, was den Wohlfahrtsausschuß endlich bewog, ein Maximum desPreises für Getreide, Brod und andere Lebensmittel festzusetzen und so die Ver-fügung über Hab und Gut der Besitzenden vollständig in die Hand zu nehmen.

Drese Herrschaft der Pariser Gemeinde brachte die Brisso listen auf denGedanken, Frankreich in einen aus mehreren kleinen Republiken bestehendenSöderativ-Staat umzuwandeln, um das Unheil der Zentralstation abzuwenden.

Daraus ging ein Kampf auf Leben und Tod zwischen den Föderalisten(Drstfotisten, Gironde) und Jakobinern hervor.

Kaum war durch Dumouriez' Flucht und Verrat (ß 17) die ParteiDrleans gesprengt und der Herzog selbst in Haft gebracht, da richteten die r>ist°nDemokraten des Bergs ihre Angriffe gegen die Gironde, um durch denSturz aller Gemäßigten und Lauen mehr Einheit und Kraft in den KonventA Gingen und Frankreich vor der drohenden Zerstückelung zu bewahren.

Zhr Wortführer Robespierre stellte daher den Antrag: die Häupterder Girondistenpartei als Mitschuldige Dumouriez' vor das Revolutions-

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