Band 
Vierter Band.
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Erstes Buch: Die französische Revolution und die Neugestaltung Europas. Z 30.

Österreich

1S.April1788

England

Mai 1788

Juli 1800Rußland

I79S—1801

Türkei

Preußen

24. Jan. 1788

Lriegssreig-niffe inDeuischland21. 25. März

Täuschung bewußt zu werden. Championnet beleidigte die Direktorial-regierung, als er die neue Republik vor der Habsucht ihrer Abgesandtenschützen wollte; er mußte daher den Oberbefehl an Macdonald abtreten,wurde zurückgerufen und verhaftet.

Diese Vorgänge in Italien hatten besonders in Österreich Besorgniserregt; es befand sich zudem schon lange mit dem Direktorium in Spannung,weil in Wien bei einem Volksfeste die Wohnung des französischen Ge-sandten Bernadotte gestürmt und die dreifarbige Fahne, die er wie zuBTrotz ausgehängt hatte, abgerissen und verbrannt worden war, ohnedaß die österreichische Regierung die verlangte Genugtuung gegeben hatte.England fürchtete von der ägyptischen Unternehmung Gefahr für seineausländischen Besitzungen und streute daher Geld mit vollen Händen aus,um Frankreich neue Feinde zu bereiten. Auch hatte es gegründete Ursachezum Zorn, da das Direktorium in Paris die in Irland herrschendeGärung durch Zusage bewaffneter Unterstützung zur Empörung steigerte (Z 27),Im Vertrauen auf diese Hilfe griffen die durch die harte Verwaltungund das strenge Gerichtsverfahren der Engländer in Verzweiflung ge-setzten Jrländer zu den Waffen, konnten aber, trotz der Hilfeleistung destapfern Generals Humbert, der überlegenen Kriegsmacht Englands undder Kriegskunst des Feldherrn Cornwallis nicht widerstehen. Nach eineniblutigen Bürgerkrieg wurde der Ausstand unterdrückt, Humbert, der nweine geringe Mannschaft bei sich hatte, zur Kapitulation genötigt unddann das ganze Land unter strenges Kriegsrecht gestellt. Wolf TouN,ein geistvoller politischer Schriftsteller und Hanpturheber des französisch^Bündnisses, starb durch kriegsrichterlichen Spruch. Die VereinigungIrlands mit England in Verwaltung und Gesetzgebung war die letzteMaßregel zur Unterwerfung des unruhigen Landes. — In Rußlandherrschte seit 1796 Katharinas einziger Sohn, der menschenfeindliche, arg-wöhnische PaulI., ein Fürst von etwas zerrüttetem Geiste, der gegen diedas göttliche Recht der Selbstherrschaft gefährdenden Grundsätze der In-volution den größten Haß hegte und in seinem Eifer für das Alte so wenging, daß er, gleich der Königin Karoline von Neapel, die neumodisch^Trachten als Erzeugnisse der Revolution strenge verbot. Als großer Ver-ehrer des Malteserordens, zu dessen Großmeister er sich ernennen ließ, ob-wohl er einer andern Kirche angehörte, sah er in der Wegnahme Malta»durch Bonaparte einen hinreichenden Grund zum Kriege. Mit ritterlich^Sinn begann er den Kampf für die gestörte Legitimität und für dUWiederherstellung der alten Zustände und Ansichten. — Selbst der Sulta§schloß sich der Koalition an, als Napoleon das türkische Reich von Ägypt^und Syrien aus bedrohte. Nur Preußen, wo am 16. Nov. 17^Friedrich Wilhelm III. den Thron bestiegen hatte, hielt sich neu-tral, wie sehr auch Rußland und England sich Mühe gaben, es zumtritt zu bewegen.

8 3ll. i». Der italienische Feldzug. Die Wegnahme von Ehr^breitstein, dessen tapfere Besatzung mitten im Frieden von den Franzosedurch Hunger zur Übergabe gezwungen wurde, eröffnete den neuen, blutig^Krieg, der indessen bald eine für Frankreich ungünstige Wendung naN'In Deutschland wurde Jourdan von Erzherzog Karl bei Osterach uuStockach geschlagen und zum Rückzug über den Rhein genötigt. ÄMMassena, der durch Graubünden und das Engadin gegen Tirol vordraUÜ