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Vierter Band.
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70 Erstes Buch: Die französische Revolution und die Neugestaltung Europas. Z 86.

Auch Rußland, das Ostpreußen zu erlangen hoffte, machte seinen Einfluß geltend und ver-einbarte am 6. August 1802 mit Frankreich einen Entwurf zur Berteilung des deutschen Landes-Und dieser wurde dann auch in der Hauptsache die Grundlage der Bestimmungen des Reichs-deputationshauptschlusses. Schlau wußte der französische Machthaber die einzelnen Fürstenund Staaten zu trennen und sie zu Sonderverträgen mit Frankreich zu bringen. Dies hattezur Folge, daß sich Preußen und Bayern in den Besitz der ihnen von Frankreich zugesichertenund von Rußland gebilligten Entschädigungsgebiete setzten, ehe noch der Reichstag in Regens-burg seine Zustimmung gegeben und die Änderungen durch den Reichsdeputationshauptschlußgutgeheißen hatte.

Preußen erlangte die Bistümer Hildesheim und Paderborn, den größten Teil desPreußen Hochstifts Münster nebst der Stadt, mehrere Abteien und Reichsstädte (Mühlhausen, Nord-hausen, Goslar), die mainzischen Besitzungen in Thüringen (Erfurt) und das Eichsfeld-Bahern, wo der neue Kurfürst Maximilian Joseph von Pfalz-Zweibrücken (seilBayern Febr 1799) teils aus wohlberechneter Politik, teils durch englische Subsidien gewonnen/anfangs an der Koalition gegen Frankreich eifrig Anteil genommen und dadurch die Un-abhängigkeit seines bedrohten Landes vor Österreichs Eroberungsgelüsten geschützt hatte/empfing zum Lohn für das Bündnis, das es am 24. Aug. 1801 mit Frankreich abgeschlossenhatte, und als Entschädigung für die großen Verluste auf beiden Seiten des Rheins diegeistlichen Fürstentümer Würzburg, Bamberg, Augsburg, Freising und einen Teil desHochstifts Passau, eine Anzahl Abteien (n. a. Kempten) und Reichsstädte (Schweinfurt/Kempten, Memmingen, Kaufbeuren, Nördlingen, Rothenburg, Windsheim usw.). Der zu>»Kurfürsten erhobene Markgraf Karl Friedrich von Baden bekam die pfälzischen Ämter Breiten/Baden Heidelberg und Ladenburg mit der Stadt Mannheim; ferner die diesseitigen Gebiete der Bis-tümer Konstanz, Basel, Straßburg und Speyer, die Herrschaft Lahr, mehrere Reichsstädte(Pfullendorf, Offenburg, Zell, Gengenbach u. a.) und viele Klöster und Stifter (SolennLichtenthal, Allerheiligen, Ettenheimmünster u a.). Baden war bei den Entschädigungen an>reichlichsten bedacht, weniger wohl, wie Bonaparte vorgab, „wegen der Regententugendendes Markgrafen Karl Friedrich, die ihm seit lange die Achtung Europas erworben", al^weil hier die Wünsche des Kaisers Alexander für das verwandte Haus und das InteresseFrankreichs, einen befreundeten Nachbar zu haben, zusammentrafen. Der tyrannische, aberkluge Herzog Friedrich von Württemberg erhielt für seine Verluste in Frankreich (MömpebWürttem- gard u. a.) eine große Anzahl Abteien und Klöster und mehrere Reichsstädte (Reul-^ lingen, Hall, Gmünd, Rottweil, Heilbronn, Eßlingen, Giengen u. a.). Auf ähnliche Weißwurden entschädigt und vergrößert: Hessen-Kassel (durch Fritzlar, Amöneburg, GelwMittel- und hausen u. a.); Hessen-Darmstadt (mit den Mainzer Ämtern Gernsheim, Bensheim, Lorsch-"°Staaten Heppenheim u. a., mit dem Reste des Bistums Worms, mit einigen pfälzischen Ämter»sLindenfels u. a.), mit mehreren geistlichen Stiftern, als Hirschhorn, Seligenstadt u.und mit der Reichsstadt Friedberg); Nassau (mit mehreren mainzischen und pfälzisch?»Ämtern am Rhein, als Höchst, Rüdesheim, Oberlahnstein, ferner Hochheim am Mail»Bad Soden, mehrere Kapitel und Abteien, wie Limburg u. a.); Hannover (durch dasBistum Osnabrück); einige nachmals mediatisierte Fürsten, wie die von Leininge"(mit den Abteien Amorbach und Gerlachsheim und einigen Mainzer und Würzburger Ämter»/als Miltenberg, Buchen, Boxberg, Tauberbischofsheim u. a.), Bretzenheim (mit Lindaw-Jsenburg, Hohenlohe, Löwenstein und mehrere Reichsgrafen. WilhelmOranien, der Sohn des flüchtigen Erbstatthalters von Holland erhielt die Stifter F»^und Corvey. Auch der Dentschherren- und der Johanniterorden erhielten EiwRitterorden schädigungen, letzterer besonders im Schwarzwald und im Breisgau. Sonst blieb von geh"lichen Fürsten nur der Erzbischof von Mainz Karl von Dalberg als Kurerzkanzler und erhielKurerzkanz- Aschaffenburg, Wetzlar und Regensburg; von den Reichsstädten blieben nur HamburgReichsstädte Bremen, Lübeck, Frankfurt, Nürnberg, Augsburg. Baden, Württemberg und Hessen-Kasse^wurden zu Kurfürstentümern erhoben.

§ 36. Englands Erfolge. Der Friede von Amiens. Wahresdieser Vorgänge war des Zaren Verhältnis zu Österreich und England i"demselben Grade feindselig geworden, als seine Verbindung mit Bonapar^sich freundlicher und inniger gestaltet hatte (ß 34). Er nahm denPlan seiner Mutter wieder aus, durch einen bewaffneten Ne""R-mrÄi- tralitätsbund mit Dänemark, Schweden und Preußen die britischtätsbund Seeherrschaft zu brechen, und suchte in Verbindung mit dem französisch^Konsul die italienischen Angelegenheiten gegen Österreichs Vorteil zu ordne"-