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Vierter Band.
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594
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Fr.Aug.Wolf

1759-1824

Gottsr. Her-mann1772-1848Buttmann1764—1829Zumpt

1792— 1849Better

1785—1871

Jacobs

1764-1847

Bockh

1785—1867Otsr. Möller1797—1849Thtersch1734-1869Eremsr1771—1858Welcker1784-1SS8Kr. Hermann1894-1855Göttling

1793— 1869Lobsck

1781—18S9Ritschl1896-1876Ribbeck1827-1898vonWilamo-witz

geb. 1848Trüffel1829-1878Bernhardy1899-1875Bergt1812—1881E. Lurtius1814—1896

Airchhoffgeb. 1826Mommsen1817-1993Schliemann1822-1899Human»1839—1896

594 Siebentes Buch: Literatur und Wissenschaft Deutschlands im 19. Jahrhundert, s

menschlichen (humanistischen) Bildung; die Mittel und Wege zu ihremständnisse und ihrer Auslegung wurden zu einer eigenen Wissenschaft, ^klassischen Philologie, zusammengefaßt, die sich die Aufgabe ^alte Kulturwelt in all ihren Lebenserscheinungen zu erforschen und zu ^dringen, in erster Linie aber das wichtigste Hilfsmittel aller Altertums -die Kenntnis der Sprachen, zu fördern. Durch die allgemeine Teilnahme ^die Philologie zu einer Wissenschaft von weitestem Umfange, die fortivayneue Elemente in sich aufnahm, immer mehr Zweige ansetzte und zuWissenschaften ausbildete: sie wurde zur Vielwisserei, die alles zu umfasst" „sich anzueignen suchte, was irgendwie die Erkenntnis des Altertums zu 1"versprach. Eine Sprache um ihrer selbst willen zum Gegenstände deszu machen, die Beschäftigung mit ihr als Selbstzweck anzusehen, lag dieserganz fern. Vielmehr mußte sich die Philologie, die ehemalige anoilla tstso «s(Magd der Theologie), später der Rhetorik, Kritik und Ästhetik unterordn 'Der eigentliche Begründer der philologischen Wissenschaft wurde Christian ^Hehne, der jedes klassische Werk als ein Ganzes auffaßte, Sach- und Spracherkläru »gleichwertig betrachtete und besonders auf den inneren Zusammenhang in jedemdenkmale achten lehrte. Zur selbständigen Wissenschaft aber erhob die PhilologFriedrich August Wolf, zuerst als Professor in Halle, dann als Mitglied der ^ ^>lAkademie, indem er ihre Ziele und Grenzen festsetzte und sowohl der Grammatik a ^übrigen Zweigen der „Altertumswissenschaft" ihre Stelle und Geltung zuerteilte.seine krolegomsna :ui Hoineruin und die homerische Frage vergl. Bd. I-, 8 ^

Wolf die Aufgabe der Philologie dahin bestimmte, das gesamte geistige Leben der „ ^und Römer in all seinen Äußerungen zu erfassen, so ist ihm die AltertumswiffeNswdieser Auffassung fast allgemein gefolgt, mochte auch unter dem weitreichenden >M<des geistesmächtigen Gottfried Hermann in Leipzig der Begriff der reinen z>"

fchaft, die formale Seite der Philologie, die Grammatik und Kritik, wiederum auf sHerrschaft gelangen. Seine Ansicht teilten Philipp Buttmann, Gottlob Z umpt.J"' »KlBekker, Friedrich Jacobs u. a., während August Böckh, der Rechner undunter den Philologen, die Sachkenntnis voranstellte und andere, wie Otfried Müller, stThiersch, Friedrich Kreuzer, Friedrich Welcker, Karl Friedrich Hormon"-Wilhelm Göttling, mehr die archäologische Seite, die Kultur- und Religionsgesch^ „>>dAuge faßten. Einen vermittelnden Weg schlugen Chr. August Lob eck in KönigsFriedrich Ritschl in Bonn und Leipzig ein, indem sie sowohl der formalen s""

Seite gerecht zu werden suchten, die weiterhin in Ritschls Schüler und Nachfolger in A"Otto Ribbeck, in Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff u. a. m. glä"K"treter fand. Um die Literaturgeschichte machten sich außer den erwähntenund O. Ribbeck vor anderen Wilhelm Teuffel, Gottfried Bernhardy "

Bergk verdient. — Außerordentlich wertvolle Hilfsmittel für die Erkenntnis bes k^^l!Altertums beschaffte der unermüdliche Sammelfleiß deutscher Gelehrter durchund die Ordnung der Inschriften. Von den zwei Hauptwerken bearbeiteten im Ki>ßder Berliner Akademie Boeckh, Johannes Franz, der feinsinnige GeschichtsforsH ^Cnrtius (Z 304) und Adolf Kirchhofs das 6orpus insoriptionum Krasoaruw,von 1828 bis 1859 vier Bände erschienen, während der vielseitige und als Geschahganz eigenständige Theodor Mommsen mit Emil Hübner und Zangemeister»im Auftrage der Akademie, von 1863 bis 1873 das Oorxus insoriptionumzusammenstellte, zu dem Ritschls musterhafte krisoae latinitatis inonuoionts. 9P>§eine Art Einleitung bilden. Ein drittes großes Sammelwerk ersteht unter dem ißund mit Hilfe der Akademien von Berlin, Göttingen, Leipzig, München und Eüe"- §,it

der Tllssaurus lingnas I-atinao, in dem Eduard Wölfflin und andere den vonetwa 250 Mitarbeitern gesammelten und zunächst im Archiv für lateinischegraphie und Grammatik seit 1884 behandelten Stoff verarbeiten. — Ungeab"wuchsen der Wissenschaft endlich aus dem klassischen Boden selbst zu. Lebensvolle tt er-bieten die besonders in Ägypten massenhaft gefundenen kaxxri mit ihrem ^0"*"schöpfenden Inhalte. Überraschende Erfolge hatten die Nachgrabungen des W «styletland begeisterten Heinrich Schliemann auf der Stätte des alten Troja 1870 und r , zF1876, dann in Orchomenos und Tiryns, ferner die des Ingenieurs Humann /»-»ß

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Boden von Pergamon 1878, endlich die vom deutschen Reiche veranstaltete, vonCnrtius unter Beihilfe Adlers und Hirsch felds seit 1875 ausgeführte Blos