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Zweites Kapitel: Die deutsche Wissenschaft.
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^kt " Ä?Ü<mge, mit denen ja auch heute noch die Medizin im engsten BundePatzer und gebieterischer als anderswo behauptete die Naturphilosophiehalbe ks s^Eung auf dem Gebiete der Heilwissenschaft, ohne indessen allent-" bloß als Hindernis des Fortschrittes gewirkt zu haben.
die Physiologie wurde durch Schellings Ideen befruchtet und wies in Bur-^gebn » obb) Leistungen, wie die Anatomie in Bichats (Z 315) Arbeiten, beachtenswerte^hsstn, » freilich die mannigfachen Theorien der Krankheiten und die „nosologischenA»en ^ erwiesen schon durch ihre schnelle Folge und ihre Kurzlebigkeit ihren Unwert.Münder ^Egen Schritt vorwärts machte die ärztliche Kunst durch Schönlein, den Be-auf die vaturhistorischen Schule, der zuerst alle Hilfsmittel der exakten Beobachtungs^aien «Eo logische Forschung anwandte, die unendliche Mannigfaltigkeit der Krankheits-Äfty-stzlMbierte und in Klassen ordnete, um von dieser erfahrungsmüßigen Grundlage ausfNaktü^i Es für das Heilverfahren zu gewinnen. Nach längerer wissenschaftlicher wieTätigkeit in Würzburg und Zürich erhielt er in Berlin, wo sich schon vor ihm^deutu E und Schriftsteller eines europäischen Rufes erfreut hatte, einen seinerhab« entsprechenden Wirkungskreis. — Ganz abweichende Bahnen ging Samueld»Nst ber Begründer der Homöopathie, deren Grundsatz similia siinilibn8
Deu überboten wurde durch die Forderung der Jsopathie: aegualia asgualibus.
ist Sach Streit über die Wissenschaftlichkeit des Verfahrens Hahnemanns auszutragen,es anck ° Arzte. Jedenfalls hat er zahlreiche und überzeugte Jünger gefunden, währendblühst Theoretikern nicht an scharfen Gegnern fehlte. Immerhin hat die Homöo-
ist AM: hart um Anerkennung zu ringen. Wurde ihr doch jüngst noch ein Lehrstuhl
findustg verweigert. — Schönlein hatte sich bereits auf eine Reihe folgenschwerer Er-^ttkom Nützen können, wie die chemische Analyse, das Mikroskop und die aus Frankreichlehr^ Auskultation und Perkussion, die Skoda in Wien handhabte und schulmäßigIZten -vieres wirkte mit zum Aufbaue der rationellen Medizin in der zweiten Hälfte des>ni estn^ürhunderts. Mehr und mehr traten dabei auf Kosten der Therapie, der Heilkunst^lstmn ^ .^bnne, in den Vordergrund die Pathologie und Anatomie. Vor anderem wurde diestoß sgx SchwannsE 314) und Schleidens(Z 315) fruchtbar und schließlich der An-^vatomi - Übergang der durch Rokitansky aufs höchste vervollkommneten pathologischenAz Zellularpathologie von Rudolf Virchow. Dieser vielseitige Gelehrte,
Und von Anatom, Patholog und Anthropolog eine wahre Leuchte der Wissenschaft
Pferischer Kraft, als Politiker lange Zeit tätig und charaktervoller
Vertreter
erwarb sich den unvergänglichen Ruhmestitel, die neuere HeilswifsenschaftMt st» ^ hvben. Sein reiches Wirken auf den verschiedenen Gebieten seiner Forschung^«ktevi , Mch nicht einmal in Umrissen schildern. Es war natürlich, daß auch die^ °logie und die Hygiene in fördcrndster Weise von Virchow beeinflußt wurden.i»nd^z , ,üon den Kleinlebewesen und damit von den Infektionskrankheiten machte be-hcher * Kochs und Behringss Behandlung überraschende Fortschritte, wenn auchfüllen KpEE" noch Diphtherieserum alle Hoffnungen geängsteter Menschen bisher zu
q allem Lochten. Der Vater der ganzen Jmpftheorie ist der Franzose Pasteur, den^ln das Verfahren gegen Ansteckungen durch tollwütige Hunde bekannt gemacht hat. —M tritt die Therapie in den Hintergrund. Schon die Vielheit der Theorien
bald ^Echerheit schließen. Vielgepriesene Mittel, wie Resorzin, Salizyl u. a., büßtenvnd Sst. stlluz ihrer vielheilenden Wirkung ein. Von mancher Seite werden Hypnotismus^Psten stEv dem schönen Zwecke der Wissenschaft dienstbar gemacht. Große Erwartungen^chliwx r vn die Elektrotherapie. Auch die Wasserkuren, wie sie durch die Prießnitz-«."v Lastn" .Evvnt tiud, kamen zu Ehren, so bedenklich sie der Fachmann in den Händenn^eitztnj ^ dem Pfarrer Kneipp, finden muß. Einen großen Fortschritt bezeichnet diekdere^ den Gebieten der Nerven-, Augen-, Ohren-, Hals-, Zahn- und sonstigen" genauere Kenntnis und zweckmäßige Behandlung zum Teile erst durch geistvolle^glich ^ ^en Augenspiegel von Helmholtz, den Kehlkopfspiegel von Czermak u. a. m.,die Ünd. Gleich rastlos und gründlich arbeitet die Seelenheilkunde, mögen
"Mien t>ou Wesen und Ursache geistiger Störungen noch auffällig auseinander-?*ffchertum auch die Therapie der einzige Zweig der Medizin ist, auf dem sich Kur-
" ^ doch taienhafte Quacksalberei mit dem Scheine der Sicherheit zu wiegen vermögen,N ^ktisG» gegenwärtige Verfassung nicht ganz ohne Schuld, daß die Naturheilkunde,!?ben. »..""d Sympathiekuren, vollends der spukhafte Unfug des Gesundbetens Beifall^^^üea^ ^^.handgreiflichsten Erfolge hat die anscheinend vor keinem Wagnisse mehr zurück-Nrurgie aufzuzeigen. Wagt sich doch das Messer des Chirurgen an Herz und
Schönlein
1793-1864
Sufeland
1762—183«
Sahneinan»
1755-1843
Skoda
1805—1881
Rokitansky
1804—1878
Virchow
1821-1902
Pasteur
1822—1895