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Vierter Band.
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Zweites Kapitel: Die orientalische Frage.

auch die Pforte die fremde Einmischung aufnahm, die Forderungen9anz Europas konnten nicht abgelehnt werden. Und so erklärte der Groß-^sier Mahmud Pascha, daß man die Reformvorschläge in betreff derGleichberechtigung der christlichen Bevölkerung mit den Mohammedanern,oer Abschaffung der Steuerverpachtung, der Besserung der wirtschaftlichen^ge der Landbevölkerung u. a. m. annehme.

, Es wurde ein Manifest (Jrade) erlassen, welches den Aufständischen Amnestie,bn Ausgewanderten straflose Rückkehr, Nachlaß des Zehnten auf ein Jahr undefreiung von andern Steuern auf zwei Jahre verhieß. Die Insurgenten jedochAlten weder zurückkehren noch die Waffen niederlegen, wenn nicht die Aus-whrung der Zugeständnisse von den Mächten gewährleistet würde. Wie sollten. r die europäischen Regierungen, die so verschiedene Interessen hatten undSchänder so wenig trauten, die Gewähr übernehmen, welche die Türkei untergemeinsame Vormundschaft gestellt hätte! So blieb die Andrassysche Note.!>ne Wirkung. Die Feindseligkeiten begannen von neuem und nahmen einen"uner schlimmeren Charakter an, weil sich mittlerweile die Gärung auch über standes. ulgarien verbreitet hatte und auch Fürst Mi lan in Belgrad Miene machte,^"wgreisen, in der Hoffnung, sich zum souveränen Herrn von Serbien undvsnien aufzuschwingen. Dazu kam die agitatorische Tätigkeit der OmladinaLaugend"), einer zur Förderung der Einigung und Unabhängigkeit der serbischen. ation gegründeten serbischen Geheimverbindung. Dabei richteten sich die BlickeAufständischen nach Rußland, und hier bestand auch die Neigung, die altejs/ütik der Befreiung der Donaustaaten, d. h. der Oberherrschaft des Zaren^ ste, wieder aufzunehmen.

^ Da glaubten die drei Kaisermächte de» Andrassyschen Note größeren M-mo-wchdruck geben zu müssen. In Berlin kamen die drei Reichskanzler, ""lsmarck, Gortfchakow und Andrassy, zusammen und verein-arten ein „Memorandum", das mit dem Hinweis schloß, daß, wenn.^ zweimonatiger Waffenstillstand ohne Ergebnis verstreichen sollte, „die^ kaiserlichen Höfe nach gemeinsamer Verständigung ihrem diplomatischenergehen wirksamere Maßregeln hinzufügen würden, wie sie im InteresseNw ^iwmeinen Friedens und zur Vermeidung des Weitergreifens dere Sprung geboten erscheinen könnten". Diese versteckte Kriegsdrohung^schien aber der englischen Regierung zu bedenklich, als daß sie demm kMorandum ihre Zustimmung hätte geben können. Denn dadurch wäre^ Manch dem die Ausführung dieser „wirksameren Maßregeln" in ersterzufallen mußte, als Vollstrecker des Gesamtwillens der europäischencachw zum weiteren Vorgehen geradezu aufgefordert worden. Zugleichaber in der Türkei selbst Ereignisse ein, welche die Lage noch mehrirrten.

De E Die bulgarischen Greuel und der serbisch-türkische Krieg.

AM ^Üand in den Donauprovinzen entfesselte den religiösen und natio-^"uatismus der Türken. Noch vor der Berliner Zusammenkunft.. m Salonichi infolge von Streitigkeiten, die der Übertritt eines«. Mm-ju-dEschen Mädchens zum Islam verursacht hatte, der deutsche und fran-Uiw k Konsul Abb 0 t und Moulin von dem türkischen Pöbel ermordet,als wandte sich diese Wut gegen den Sultan Abdul-Aziz selbst, derMa ; ^ Urheber aller Unfälle, die die türkische Nation getroffen hatten,sein, wurde. Die Sostas oder Theologiestudierenden verlangten die Ab-8älk^ "es Großwesiers Mahmud Pascha, der für einen Anhänger Rußlands' und des Scheich-ul-Jslam (des geistlichen Oberhauptes der Moham-

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