^ Drittes Kapitel: Österreich-Ungarn. 079
Dulcigny abzutreten, veranstalteten die Großmächte auf Betreiben Eng-ands eine Flottendemonstration. Aber erst dem Einflüsse Deutschlandsaus die Türkei gelang es, die Pforte zur Nachgiebigkeit zu bewegen. Die N»». Woobigen Grenzstreitigkeiten wurden im Januar- 1881 erledigt, und nunWalteten sich die Beziehungen zur Türkei so friedlich, daß der Fürst dem isWEan sogar in Konstantinopel einen Besuch abstattete.
Drittes Kapitel.
Ofterreich-Ungarn.
8 341. Ministerium Hohenwart und Auersperg. Nach dem Kriegeon I870/71 hoffte die deutsche Bevölkerung Österreichs, daß der nationale GegnerWschwung im Nachbarreiche auch ihr in dem harten Kampfe mit denuderen Nationalitäten des Kaiserstaates Stärke verleihen werde. Auf derUdern Seite betonten gerade deshalb die slawischen Völkerschaften ihre^ vnderwünsche immer stärker, vor allem begannen die Tschechen nach derselben^Wrrfchenden Stellung in Böhmen zu streben, wie sie die MagyarenUngarn erreicht hatten. Sie trachteten danach, das deutsche Wesen, dieWsche Bildung zu unterdrücken und anstatt des deutschen Liberalismuss/m klerikal-slawisch-feudale Vereinigung im österreichischen Reichsrat aus-Maggebend zu machen ; und diese Bestrebungen schienen wenigstens vorüber-Wend Erfolg zu haben.
> Vergebens setzte Graf Beust dem Kaiser in einer Denkschrift die
solchen Umwandlung für den Gesamtstaat auseinander; im Februar 1871 bungenkllMinisterium an die Spitze der Regierung, dessen Hauptmitglieder, derHa!,'b Hohenwart, der schwäbische Partikularist Schaffte, der Tscheche^oretinek, dem neuen deutschen Reiche entschieden feindlich gesinnt waren.
irat dald mit Vorlagen hervor, die im Widerspruch mit der Dezember-der - ^ "on 1867 und dem ungarischen Ausgleich (Z 254) die Autonomieh> . oinzelnen Länder Cisleithaniens auf Kosten der Reichseinheit er-l^.sbrn, insbesondere einen dem Staatsvertrag mit dem ungarischen Trans-S Manien sich annähernden „Ausgleich mit den Tschechen" und eine größere^ bwsiändigkeit der Polen in Galizien anbahnen sollten. Das Übergewicht desein Elementes in der westlichen Reichshälfte sollte verdrängt werden durch^ en Föderalismus, in welchem den slawischen Volksstämmen unter dem Schilderickll "^orchberechtigung" das entscheidende Wort zufallen mußte. Vergebens^ ote die Verfassungspartei eine Adresse an den Kaiser, vergebens wurde imI^^rdnetenhaus der Antrag auf Verweigerung des Budgets gestellt: er er-ste, weil er vielen zu revolutionär erschien, nicht die Mehrheit. Dadurch
Nachteile
zu ging das Ministerium weiter: die einheitliche Reichsverfassung sollte
gell Schattenbild herabgesetzt und der Schwerpunkt in die ProvinziallandtageWerden. Zu derselben Zeit, als die Zusammenkunft der beiden Kaiser inväk ^ und der beiden Reichskanzler in Gastein die Hoffnung auf eine An-Und Wg an Deutschland weckte, erfolgte die Auflösung des Abgeordnetenhauses n. Aug. imireick ^ deutschen Landtage. Damit war dem deutschen, verfassungstreuen Öster-UNw" r^bichen zum Kampfe auf Leben und Tod gegeben. Fielen die Wahlenaus, so kam das Regiment in der cisleithanischen Reichshälfte an die
^ich das
günstig > ^ . . . ...
llii^^alen, Feudalen, Tschechen und Slovenen. Trotz aller Anstrengungen der ver-Wrrngstreuen Partei siegte der Einfluß, den die Regierung, die Feudalklenkalen,,, , ^oßgrundbesitz, der engherzige Partikularismus hatten: sie sank nn Abgeord-'^nhause zu einer ohnmächtigen Minderheit herab und beschloß, sich vom Rerchsrat
7. Sept.