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Vierter Band.
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694 Achtes Buch: Europa unt. d. Einfl. d. Friedenspolitik K. Wilhelms I. u. Bismarcks- ^ ^

werden hoffen konnte. Er begab sich daher nach Gandamak und schloß hier mit dem

26. Mai 187S Bevollmächtigten, Major Cavagnari, einen Friedensvertrag ab, nach welchem die drei ^

dem afghanischen Bergland führenden Hochstraßen in dem Besitz der Engländer bliebe, ^Kabul ein britischer Gesandter mit hinreichendem Gefolge residieren und die Vertretungallen äußern Angelegenheiten der britischen Regierung übertragen werden sollte; dafür w .ihm eine jährliche Subsidie von 60000 Pfd- St. gewährleistet. Daraus hieltals englischer Resident seinen Einzug in Kabul, wurde aber schon am 3. Septembermeuterischen Soldaten überfallen und mit seinen 67 Begleitern ermordet. Der Emir Iflüchtete in das englische Lager, erklärte abdanken zu wollen, und wurde nach Indien gebraDarauf rückte General Roberts gegen Kabul vor, besetzte die Zitadelle Balahissar ^hielt ein grausames Strafgericht. Aber dies Schreckensregiment rief eine neue Emsw ^hervor, vor der Roberts Kabul räumen und alle Truppen in dem verschanztenSchirgur sammeln mußte. Als unter General Gough Verstärkungen kamen, drang er wr ^vor und besetzte Kabul zum zweitensMale. Schon glaubten die Engländer die Hers^Landes zu sein, da Abd ur Rahmän, den sie als Emir einsetzten, nur eini 87 g^"iE englischen Regierung war, aber schon 1880 brachen überall Aufstände aus; Ejub Oy^.

27. Juli 1880 der Bruder des abgesetzten Jakub, brachte ihnen bei Kandahar eine volle NiederlageOkt. 1881 Schließlich aber wurde auch dieser von Roberts geschlagen; er mußte seine Hauptstadt H

aufgeben und nach Persien fliehen. So wurde Abd ur Rahmän durch englische Hilfe He^'von ganz Afghanistan.

Sechstes Kapitel.

Belgien und die Niederlande.

§ 350. Belgien. In Belgien, wo Leopold II. 1865 stin^

24. Juli

12. Okt.

15. Dez.

Abd ur

an begann der Kampf der Parteien bei den Wahlen zum Senat, zurund zu den Provinzial- und Gemeinderäten. Besonders die Schulfrage

1857

1878

II. Vater Leopold I. (8 121) folgte, wurde das politische Leben durch ei

Leopold I.

1831—1865

Leopold II. r-us

i°,t i8es besonders scharfen Kamps zwischen Liberalen und llltramonta

bestimmt. „

Liberale und Leopold I. hatte nach dem Grundsätze, keiner der Parteien ein übergew ,taue über den Gegner zu gestatten, die Ministerien aus beiden genommen; erst ^berief Leopold IU ein liberales Ministerium unter Karl Rogier, und vo ^

rief

Erbitterung der Ultramontanen hervor, die allmählich Zugeständnisse zuwußten und 1855 bis 1857 die Mehrheit in der Regierung erlangten. ^bei der Frage der freien Kloster- und Schulengründung kamen die Liderwieder in den Besitz der Regierung, in dem sie sich unter Rogier und Frere-t<

13 Jahre lang behaupteten. Die innere Einheit der Liberalen war jedoch .schwunden, einig waren sie nur im Kampfe gegen die Ultramontanen; die Bey ^lung der Unterrichtsfrage, der vlämischen Sprache und der Wahlreform trennte! .eine gemäßigte (doktrinäre) und eine radikale Partei (Progressisten oder die JE ^So wurde 1870 das liberale Kabinett gestürzt. Erst im Jahre 1878 gemden Liberalen wieder, eine kleine Mehrheit im Senate und Abgeordneten^zu erringen, worauf das Ministerium Malou zurücktrat und Frere-Orbanneue an die Spitze der Regierung gelangte. Ein freisinniges Schulgesetz, ^die Volksschulen der geistlichen Herrschaft entzog und der staatlichen Leitung ^Aufsicht zurückgab, war eine der ersten Taten der liberalen Regierung u" hieregte den höchsten Zorn der Klerikalen; mit der Kurie wurden darüv ^diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Aber die finanzielle Bedrängn»allerdings durch das hohe Budget der Staatsschulen vermehrt wurde, d» ^einigkeit der Liberalen, unter denen die radikale Fraktion, unter F^P"Brüsseler Deputierten Janson, die Einführung des allgemeinen Stiin .für die Kammerwahlen verlangte, und die mit äußerstem Hochdruck ^ultramontane Agitation bewirkten bei den Wahlen 1884 einen solchen Umsch^daß Frere-Orban zurücktrat und Malou ein neues Ministerium bildete, !er zwei der schroffsten Ultramontanen, Jacobs und Woeste, aufnahm-