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Vierter Band.
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708 Achtes Buch: Europa unt. d. Einst. d. Friedenspolitik K- Wilhelms I. u. Bismarcks. 8 35ö'

Vou^angis- sonders im radikalen Norden und in Paris, den General Boulanger alsFrankreichs Helden, Retter und Rächer, und er selbst, im Norddepartement ni»großer Mehrheit gewählt, forderte die Auflösung der Kammer und die Verfassungs-revision. Eine wüste, über ganz Frankreich sich erstreckende Agitation begann,bei der alle Gegner der Republik, die Radikalen und die Monarchisten, vor alleindie Patriotenliga unter Deroulede sich beteiligten. Der General arbeitete immeroffener auf ein Plebiszit hin und wurde in dem Kampfe gegen „die Advokatenund Journalisten" unterstützt durch die Unzufriedenheit, die bei dem Zusammen-Unfähigkeit bruch der von Lesseps gegründeten Panamagesellschaft immer2 «. Jan. >889 weitere Kreise ergriff. So wurde Boulanger bei einer Ersatzwahl im Januar1889 zum Abgeordneten von Paris gewählt, und nun flössen ihm als dem„künftigen Herrscher Frankreichs" die reichsten Geldmittel zu. Demgegenübervereitelte Floquet die Absicht Boulangers, sich bei den allgemeinen Wahlen miHerbst in vielen Departements wählen zu lassen und so für sich ein wahresPlebiszit zu erlangen, durch Abschaffung der Listenwahl und durch das Verbotder mehrfachen Kandidatur. Und als Floquet über der Frage der VerfassungsrevisionFebr. 1889 zurücktrat, setzte das neue Ministerium Tirard-Constans den Kampf fort,indem es die Patriotenliga auflöste und dann den General und seine nächstenFreunde vor dem Senate wegen Verschwörung gegen die Sicherheit des StaatesMärz 1889 und wegen Unterschlagung öffentlicher Gelder anklagte. Boulanger war zu selgsfsich dem Gerichte zu stellen oder zur offenen Empörung zu schreiten; er floh »ach2 . Apru Brüssel und, von hier ausgewiesen, nach London. Damit und mit seiner Ver-urteilung in oontumaciam war seine politische Rolle ausgespielt; auch seine Pardschwand trotz einiger Erfolge bei den nächsten Wahlen rasch dahin. Er selbstso.Sept.1891 siedelte Anfang 1891 wieder nach Brüssel über und erschoß sich hier in rühm-losem Ende auf dem Grabe seiner Geliebten in Jxelles.

Achtes Kapitel.

Spanien.

Amadsuspo» Aosta1870-1878

§ 359. Das republikanische Spanien. Als die deutschen Heere vorParis standen, war man in Spanien mit der Königswahl, die den Anstoßzu dem großen Kriege gegeben hatte (tz 258), zu dem ersehnten Ziele ge-kommen. Viktor Emanuel erteilte seinem zweiten Sohne, Amadeus von2. No». 187« U o st g, der an Stelle des Hohenzollern von den Cortes gewählt wordenwar, die anfangs versagte Einwilligung zur Übernahme der spanischenKrone. Aber ehe der Prinz noch seinen Einzug in sein neues Königreich him ^27. Dez. 1870 empfing der „Königsmacher" General Prim von den Kugeln einiger Pci>

3«. Dez. schworenen eine Wunde, der er bald erlag; die Täter blieben unenti

tdeckt-

10.Febr.I87l

Republik12. Febr.

Auch Amadeus war nicht imstande, das aufgeregte, von Parteien zerrissen^Land zur Ruhe zu bringen; nach zweieinhalbjährigem Ringen mit den widef^'strebenden Elementen im Reichstage und im Heere gab er den Cortes ocStaatsgewalt wieder und schiffte sich in Lissabon nach Italien ein.seiner freiwilligen Thronentsagung befand sich Spanien in einem ähnlicheZustande wie Frankreich nach dem Tage von Sedan. Die Not führte zurepublikanischen Staatsform; Figueras, Castelar, §Marg all und Salmeron wurden die Häupter der von den Corteseingesetzten Regierung. ^

Eine neue, durch Volkswahlen einberufene konstituierende Versammlung lpndie Verfassung feststellen; bis zu deren Zusammentritt aber sollte ein vonCortes aus ihrer Mitte gewählter permanenter Ausschuß als Vertreter der Natr