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Vierter Band.
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Neuntes Buch: Die Zeit der neuen Weltpolitik und Weltwirtschaft.

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Dampfkraft

Maschinen der Gegenwart, von der Entdeckung der Dampfkraft bis ßdem elektrischen Motor. Hand in Hand mit dieser wunderbaren En'Wicklung der Technik geht die Teilung der Arbeit und das Strebesfür die Produktion die jeweilig günstigsten Bedingungen auf der gan^Erde zu verwerten. Die so bis ins höchste gesteigerte Produktionskrasführt zu massenhafter Gütererzeugung und verlangt deren Absatz. 24Entwicklung der Verkehrsmittel fördert den Güteraustausch mit der ganzeWelt, und so hängt jedes Land von jedem andern wirtschaftlich ab; dannbeginnt die Weltwirtschaft.

Die Erfindung von Cartrvrights Kraftstuhl (1785) und James Wattsdoppelt wirkender Dampfmaschine (1782) fielen zeitlich fast zusammen unbewirkten in der Textilindustrie eine vollständige Umwälzung, die dann auch adie anderen Industriezweige, besonders auf die Eisenindustrie und die Gewinnst' bder Steinkohle, übergriff. Durch die Erfindung des vom Orte unabhängigEisenbahn Motors, der Lokomotive, wurde es bald auch möglich, die Rohstoffe undErzeugnisse der Industrie in großen Massen auszutauschen.

Stephsnfon George Stephenson, geb. am 8. Juni 1781 in Wylam bei Newcastle, gebührt de'" Ruhm, durch seine Lokomotive die Zeit der Eisenbahnen eingeleitet zu haben. Sst1814 vermittelte eine von ihm gebaute Lokomotive den Transport der Grubenerzeugn ILord Ravensworths; sie zog eine Last von 30 Tonnen mit einer Geschwindigkeit von 4 Oölischen Meilen in der Stunde eine Steigung von 10—12 Fuß pro Meile hinauf-27. September 1825 konnte Stephenson die erste Lokomotive auf einer Bahn, die fürKohlentransport nach der Nordsee bestimmt war, laufen lassen, und trotz aller Schwussketten, die besonders in den kaum zu besiegenden Vorurteilen nicht nur der großensondern auch hervorragender Männer des englischen Parlaments bestanden, setzte StepheMden Bau der ersten Eisenbahn von Liverpool nach Manchester im Jahre 1828 durch, dn15. September 1830 dem Betrieb übergeben wurde. Mit seiner Lokomotive „Rastet" erreiw^er zum Erstaunen der Welt eine Geschwindigkeit von 25—30 engl. Meilen in der Stunde, wosie noch einen Wagen mit 30 Personen zog. Damit) war die Zukunft der EisenbaY .entschieden: die Begeisterung, die das englische Volk erfaßte, teilte sich ganz Europa mit,überall begann man mit dem Bau der Schienenwege.

Ausbreitung In Deutschland wurde am 7. Dezember 1835 die Nürnberg-Fürther Ludwigs*ba^nen"- bahn eröffnet, am 30. Oktober 1838 die Berlin-Potsdamer und am 7. April l8od ^Leipzig-Dresdener Bahn. Es waren das noch Privatbahnen; die Bureaukratie standNeuerung teils gleichgültig, teils feindlich gegenüber. Der preußische GeneralpostmeNv. Nagler wollte in den Eisenbahnen neben der Post nur ein „höchst beschränktes und uN ^geordnetes Kommunikationsmittel" sehen und hielt den Bau einer Bahn vonBreslau für überflüssig, „da sich ja die Postkutsche kaum rentiere". Das bayerischemedizinalkollegium meinte gar, „der Dampfbetrieb werde bei den Reisenden und best ^Zuschauern unfehlbar schwere Gehirnerkrankungen erzeugen, und damit die Zuschauerfänden, möge der Bahnkörper mit einem hohen Bretterzaun umgeben werden". Doch ^die Regierungen konnten sich bald der Verkehrsentwicklung nicht mehr verschließen, uu ^wurde die erste deutsche Staatsbahn von Braunschweig nach Wolfenbüttel amzember 1838 eröffnet; dann folgten Bayern, Württemberg, Sachsen, Baden usw-, Psterst seit 1849. Die Verstaatlichung der Privatbahnen erfolgte erst spät und konnteneue Deutsche Reich nicht durchgeführt werden (H 328). Die anderen Staaten derfolgten mehr oder minder rasch mit dem Bau der Eisenbahnen, und mit der VervollkomM ^der technischen Mittel erweiterte sich der Eisenbahnbetrieb zu einem die ganze Wespannenden Netze. Dadurch aber wurde in hohem Grade nicht nur das wirtschM ^sondern auch das politische und geistige Leben der Völker beeinflußt. Nicht nur der stsaustausch ist gesteigert, der Marktverkehr gehoben, die Preisbildung umgewandelt,erscheinen lokale Hungersnöte, wie sie früher manche vom Verkehr abgeschlossene Mschwer heimsuchten, fast ausgeschlossen: die Schienenwege sind auch politische und must heilMachtmittel geworden und haben die einzelnen Nationen einander näher gebracht U ^geistigen Austausch gefördert. Von der Entwicklung des Eisenbahnwesens magAusstellung eine Anschauung geben. Es betrug die Eisenbahnlänge in Kilometern amder Jahre: