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Vierter Band.
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Zweites Kapitel: Die Einzelländer.

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Zwei so starke Individualitäten wie der Kaiser, von dem Bismarck scharf-Zuckend vorausgesagt hatte, daß er einmal sein eigener Kanzler sein werde, und ""

^tto von Bismarck konnten nicht lange nebeneinander wirken. Zwar schienen^ erbitterten Angriffe, welche die konservative Partei gegen Bismarck richtete,

°h»e irgendwelchen Einfluß bei dem Kaiser zu sein; der von inniger Anerkennungseiner Verdienste erfüllte Neujahrsgruß für 1890 sprach vielmehr den Wunsch so. D-z. wesdaß dem Kaiser der treue und erprobte Rat Bismarcks noch viele JahreEhalten bleiben möchte. Dennoch vergingen nur wenige Wochen, bis das Zer-würfnis der beiden Männer offenbar wurde. Der Ausgangspunkt war die grund-s^^che Meinungsverschiedenheit über die Behandlung der sozialpolitischen Fragen,obei der Reichskanzler von keinen Milderungen des am 30. September 1890vlaufenden Sozialistengesetzes (§ 332) wissen wollte, während der Kaiser, demsb Arbeiterfrage mehr Herzensfache als politische Angelegenheit war, zunächstlße Vereinbarung zwischen allen mitteleuropäischen Industriestaaten über einengrößeren Schutz der Arbeiter herbeiführen wollte. So legte Bismarck diesi. Jän.iss»^ung des Handelsministeriums nieder, die v. Berlepsch übertragen wurde,schneie zwei Erlasse des Kaisers über den Arbeiterschutz nicht mehr und nahm s. z-br.^uch kaum mehr teil an den Beratungen im Staatsrat und der vom Kaiser^ lönlich eröffneten internationalen Arbeiterkonferenz (siehe unten). Als Arb-iter-Zwischen bei seiner längeren Abwesenheit in Varzin und Friedrichsruh sein Stell- i'-.-WMLrzKreter, der Minister v. Bo etlicher, der den Arbeiterschutzfragen sympathisch^genüberstand, das Ohr des Kaisers zu gewinnen schien, da erinnertelsnrarck an eine seit vielen Jahren tatsächlich nicht mehr beobachtete Kabinetts-der von 1852, wonach kein Minister ohne Vorwissen des Ministerpräsidentens") Könige Vortrag halten dürfe, und erregte dadurch den Unwillen desEsters, der von einer solchen Schranke nichts wissen wollte und dievwmediatberichte der Minister ohne Bismarcks Kontrolle als sein königliches, bcht forderte. Als dann der Kaiser von einer Unterredung Bismarcks mit^ Zentrumsführer Windthorst erfuhr und, eine parlamentarische Aktionsein sozialpolitisches Programm vermutend, deren Inhalt zu erfahrenBchte, Bismarck aber sich weigerte, seinen Verkehr mit Abgeordneten ein-oder beaufsichtigen zu lassen, da war der Bruch unvermeidlich,war! Kanzler war nicht gewillt, die Entlassung, die der Kaiser nun er-^ tete und forderte, seinerseits zu beantragen. Am 17. März teilte er demK ??tsministerium das Vorgefallene mit; ein Vermittlungsversuch desselben beimß>ar vergeblich. Nunmehr zweimal durch die Chefs des Militär- undd ^"abinetts gemahnt, reichte Bismarck endlich das Entlassungsgesuch ein, is. März^ nach ausführlicher Darlegung der Verhältnisse mit den Worten schloß:

Aöch würde die Bitte um Entlassung aus meinen Ämtern schon vor Jahr undhat? ^*or Majestät unterbreitet haben, wenn ich nicht den Eindruck gehabtein s bs Eurer Majestät erwünscht wäre, die Erfahrungen und Fähigkeitentreuen Dieners Ihrer Vorfahren zu benutzen. Nachdem ich sicher bin,

ZUtt ',4 iw Majestät derselben nicht bedürfen, darf ich aus dem politischen LebenH z treten, ohne zu befürchten, daß mein Entschluß von der öffentlichen^ """3 als unzeitig verurteilt wird." Am 20. März verkündete der „Reichs-E^rger" die Enthebung des Fürsten von seinen Ämtern und diel88o^""ung des Generals und früheren Chefs der Admiralität (1883 bisKais Caprivi zum Reichskanzler. In zwei Erlassen teilte der ^

"Mtt^dbnr Fürsten mit, daß er zum Zeichen seines und des Vaterlandes un-">8Rtt"i8g4v^r ?schtichen Dankes Bismarck die Würde eines Herzogs von Lauenburgchvig^ und ihm sein lebensgroßes Bild zugehen lasse, und ferner, daß er, inDankbarkeit für seine unauslöschlichen Verdienste um die Armee, ihn zum"b^ten der Kavallerie mit dem Range eines Generalfeldmarschalls er-2z, Von der Stimmung des Kaisers aber gab ein Telegramm, das er am^ arz, am Geburtstage Wilhelms I., an den Großherzog von Weimar richtete,

"«r-Baldamus, Weltgeschichte. 21. Aufl. IV. 48

EntlassungBismarcks20. März

Laprivi

Reichskanzler