Zweites Kapitel: Die Einzelländer.
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380.
Südwest-
afrika
1903
1904
1904
Nov.
Samoa
Erfolgreich bekämpfte, gefährdeten Wohl auf eine kurze Zeit die Sicherheitdieser Kolonialgebiete, konnten aber nicht hindern, daß dieselben aufzublühenbegannen, und' daß auch das deutsche Kapital sich an den landwirtschaft-lichen und industriellen Unternehmungen mehr und mehr beteiligte.
Gefährlich war der Aufst a nd in Sü dw est a f r ik a. Zuerst empörtensich im Bezirk Warmbad die Bondelzwarts, wurden aber durch den OberstOeutwein wieder unterworfen. Dieser Aufstand erwies sich aber als dasErspiel einer nahezu allgemeinen Erhebung der Eingeborenen, besondersder Hereros, die aus bisher noch nicht völlig aufgeklärten Ursachen ent-stand, den Gouverneur Leutwein wie die Kolonialverwaltung völlig über-raschte und einer großen Zahl von Ansiedlern das Leben kostete.
Der Aufstand griff schnell um sich, so daß Truppen auf Truppen hinubergeschicktWerden mußten, leider zu Anfang nicht in genügender Zahl. Im Oberkommando tratkAe Änderung ein: General v. Trotha übernahm das Oberkommando, und Leutwein gingii. Juni 1904Uach Deutschland zurück. Aber auch Trotha konnte anfangs nichts ausrichten. Die Hererosentzogen sich seinen Umzingelungen, und der mit schweren Opfern erkaufte Sieg bei Hamakari ir, t 2 . Aug.nm Waterberg erwies sich nur als ein halber Erfolg. Erst durch ein allgemeines Kesseltreiben,
As eine Aushungerung der Hereros herbeiführte, wurde deren Widerstandskraft gebrochen,taue wirkliche Unterwerfung aber konnte bis zum Ende des Jahres 1904 noch nicht herbei-führt werden, zumal der alte Hottentottenhäuptling Hendrik Witboi den Krieg erklärte. Mitte Okt.
Teil der deutschen Truppen mußte deshalb von dem Herero-Kriegsschanplatz gegen ihnfch dem Süden abgesandt werden. Es gelang diesen, den Häuptling in mehreren blutigenfechten zu besiegen.
Auch aus Samoa brachen bald nach der Samoakonserenz (tz 330)
^ue Unruhen aus, da die gemeinsame Kontrolle Deutschlands, EnglandsUnd der Vereinigten Staaten sich nicht wirksam genug erwies.
, Einem Versuch Englands, Deutschland zur Berzichtleistung auf Samoa zu bewegen,kat die öffentliche Meinung in Deutschland scharf entgegen. 1894 brach ein neuer AusstandAs, der nach dem Eingreifen deutscher und englischer Schiffe mit der Unterwerfung desHäupningz Tamasese endigte. Als aber nach dem Tode Malietoas Mataafa nach SamoaAusgeführt wurde, widersetzte sich seiner Thronfolge eine Gegenpartei, die Tann, den, "kündigen Sohn Malietoas, als Thronkandidaten aufstellte. In dem aus Apia ans-uchenden Kampfe siegte die Mataafapartei: es zeigte sich aber durch das Auftreten dessnerikanischen Oberrichters Chambers zugunsten Tanns, daß zwischen den Großmächten"U „reinliche Scheidung" dringend notwendig war, wenn wirklich Ruhe eintreten sollte.
Deshalb wurde von den drei Mächten in Washington ein Abkommen 2 . D°z. iMsAnzeichnet, in dem das Deutsche Reich die Inseln Upolu und SawaiiNhielt, die Vereinigten Staaten die Insel Tutuila. Dem Handeldrei Mächte blieben auf allen Inseln die gleichen Vorrechte ge-ehrt, die die souveräne Macht in allen den Häfen genießt, die demDandel einer dieser Mächte offen stehen. In demselben Jahre erwarb das^Nische Reich von Spanien die Karolinen, Palau- und Marianen- 22. Jum-Mseln.
<>. DieErlaubnis des türkischen Sultans, daß dieDeutsche anatolische Onem^lenbahngesellschaft die kleinasiatische Bahn über Bagdad bisfM Persischen Golf führen dürfe, stärkte nicht wenig den wirtschaftlichen und iggs^tischen Einfluß Deutschlands in Kleinasien. Auch die von dem Kaiser^uhelnr mit seiner Gemahlin unternommene Orientreise diente dazu.
Ansehen Deutschlands zu mehren. Er weihte dabei in Jerusalem diezkngelische Erlöserkirche ein und schenkte der römisch-katholischen Gemeinde^ sogenannte vormitio Sanetas iVlariaa zur Errichtung einer Kirche.
Schenkung hatte die politische Bedeutung, daß das früher bestehende,js/* feit Jahren nicht mehr ausgeübte Protektorat Frankreichs^ alle römisch-katholischen Einwohner des Orients, das von der fran-
1898
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