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Vierter Band.
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Neuntes Buch: Die Zeit der neuen Weltpolitik und Weltwirtschaft.

Peter I.seit 1903

BulgarienFerdinandseit 1887

O«. i8S7 da erschien Milan wieder und brachte das Ministerium zu Fall. Er wurdezum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt und war wieder die eigentlich leitendePersönlichkeit im Lande. Aber die großes Aufsehen erregende Vermählung seiu^5 . Aug. isoo Sohnes mit einer viel älteren Frau, Draga Maschin, einer ehemaligen Hestdame seiner Mutter, führte ein ernstes Zerwürfnis herbei. Beide Eltern wurdenio.F°br.i9oi aus Serbien ausgeschlossen; König Milan ging nach Österreich und starb inig.Apruwoi Wien. Eine neue Verfassung befestigte die Herrschaft der Radikalen. Indes, d'?königliche Familie verlor immer mehr Boden im Lande. Als verlautete, daßAlexander einen Bruder seiner Gemahlin zum Thronerben ernennen wolle, kawn.Juniisoees zu einer furchtbaren Revolution der Belgrader Garnison. Verschworen?

Offiziere drangen nachts in den Konak (Palast) ein und ermordeten da»Königspaar. Auch die Brüder der Königin, zwei Minister und mehrereOffiziere wurden erschossen. Die Skupschtina stellte die Verfassung von 18^wieder her, gewährte allen Teilnehmern an der Revolution Straflosigkeit unIS. Juni wählte den in Genf lebenden Peter Karageorgewitsch einstimmig zu?König. Derselbe nahm die Wahl an und hielt am 24. Juni seinen Einzug i"Belgrad. Österreich, Deutschland, Rußland, England und die Türkei aber ließe^die Regierung wissen, daß sie ihre Gesandten abberufen und nicht eher nachBelgrad zurückkehren lassen würden, bis die Königsmörder aus ihren Stellung^'bei Hof und im Heere entfernt seien. Nur der französische Gesandte bliebBelgrad zurück. Doch ist während des Jahres 1904 Peter I. tatsächlich aber-kannt worden.

In Bulgarien führte unter dem Fürsten Ferdinand (H 339) ^Minister Stambulow mit fester Hand die Regierung. Die Versuche deRussen, den Fürsten zu beseitigen, wurden vereitelt; ein gegen den Minist?27.Miirz 1891 gerichtetes Attentat schlug fehl, doch wurde der Finanzminister Beltschew ermorde'Das Land hob sich; das Schulwesen, die Polizei, die Finanzen, die Verkehrswegwaren in gutem Zustande; Sofia wurde in kurzer Zeit eine moderne Stad 'An Österreich fand Stambulow eine starke Stütze; auch mit der Türkei w»ßer sich gut zu stellen. Im Interesse des Fürsten setzte er auch eine deBulgaren nicht angenehme Verfassungsänderung durch, wonach des Fürsten Kindaus dessen Ehe mit Marie Luise von Parma katholisch werden dürften. Die Geb"M. Jan. 1894 des Thronerben Boris sicherte den Bestand des Fürstenhauses. Trotz ser"?29. Mai 1894 Verdienste wurde Stambulow entlassen: sein strenges und parteiisches Regiwe^hatte ihn verhaßt gemacht, und der Fürst stand vor der Wahl, ihn aufzuged?oder sich ihm völlig unterzuordnen. Ein Kabinett aus der gemäßigten Oppost^wurde gebildet, das wohl eine Verständigung mit Rußland herbeiführen,in keiner Weise die bulgarische Selbständigkeit aufgeben oder gar die koburgst^Herrschaft opfern wollte. Auf Stambulow wurde dann auf offener Straß?

IS. Juli 1895 Sofia ein grauenhaftes Attentat verübt; er erlag nach drei Tagen den Wund 'die der Jatagan (d. i. eine zweischneidige, schwertartige orientalische Waffe) dVerschworenen ihm beibrachte. Die Mörder ließ man unter geschickten ^anstaltungen entkommen. In dem Prozeß gegen dieselben wurden diestifter nicht entdeckt, obwohl ein Brief Stambulows, den er kurze Zeitseinem Tode geschrieben hatte, einige Personen nannte, die ihm nach dem L?trachteten. Nun erfolgte die Versöhnung mit Rußland. Der Fürst ließ denFebr. 1896 Prinzen Boris, trotz des Widerspruches des Papstes, orthodox taufen, der.'SNikolaus II. selbst war Taufpate, und die wegen Entführung des §Alexander (§ 339) nach Rußland geflohenen Offiziere wurden begnadigt.

14.März 1896 wurde Ferdinand von der Türkei bestätigt, zum Generalgouverneur ^Ostrumelien ernannt und von den Mächten anerkannt. Die Finanzen Bulgarlitten unter diesen Wirren und konnten in einen besseren Zustand nicht geb?werden. Dazu kamen die aus nationalen und religiösen Gründen hes?^gehenden Bestrebungen des bulgarischen Volkes, Mazedonien von der ^loszureißen und sich einzuverleiben. Es bildeten sich bulgarisch-mazedon!