399. Drittes Kapitel: Die Moderne (Literatur Deutschlands, Kunst Europas). 825
Valen-crennes1750—1819Michallon1796—1822Michel^ 1843
der Verwundeten) und Alphonse de Neuville (die letzten Patronen, der Kirchhof von Le ds NeuvilleBourget) in denselben Bahnen wandeln, aber das Format vergrößern. i8SS—1885
Der erste erfolgreiche Schritt auf dem Wege nach gesundem Naturalismus erfolgte auflandschaftlichem Gebiete.
Während Henri Valeuciennes und fein treuefter Schüler, Etna Michallon, sich nochLanz in den Spuren Claude Lorrains bewegen, erschienen bereits die ersten Vorläufer, dieoch dem Banne der heroischen Landschaft zu entziehen versuchten: Louis de Marne undGeorges Michel, in deren Sinne Paul Huet (in seinen Stürmen, Überschwemmungen undGewittern) den Paysage intime weiterpflegte. Einen anderen Anstoß in dieser Richtung gaben die 1768—^°«glischen Landschaften Constables (S. 225) und des in Paris lebenden Engländers RichardParkes Bonington, eines Schülers von Gros, in Verbindung mit dem Studium der Boningtonholländischen alten Meister, die indelaBerge, der den Sonnenuntergang (iin Louvre) un- ?bm^i828unttelbar der Natur ablauschte, und in Camille Roqueplan, der holländische Ebenen und 1807-^842^ow Umgebung von Paris malte, gelehrige Jünger fanden. Sie alle überragt an künstlerischem RoqueplanEmpfinden und Erfassen des Naturschönen wie an technischem Können Camille Corot, der ^^^55^angz ia Italien Rom und dessen Umgebung, Frascati und Tivoli, die Campagna und den 1798—1875Aeniisee malte und später in dämmernder Waldeinsamkeit bei Fontaincbleau und VilleoArray ganz im Paysage intime aufging (berühmter Brief an Jules Dupre). Die duftigenGestalten, Elfen und Dryaden, mit denen er seine silbergrauen Stimmungslandschaften (imLouvre, Luxembourg, in Avignon und Marseille) bevölkert, kennzeichnen ihn als SchülerMlchallons (S. 824) und weisen auf Poussin und Claude Gelee zurück. Unter der Führung^orots und Theodore Rousseaus, der von Ruysdael und Hobbema ausging, siedelte sich in, krhizon, Arbonne und Marlotte, fern der Welt am Waldessäume eine Künstlerkolonie an1 840—80), deren Schaffen zwar erst nach 1850 Anerkennung fand, deren Rühm aber seit 1870G beständigem Wachsen begriffen ist. Zur „Schule von Fontainebleau" gehören^°d"^"ußer Millet noch Jules Dupre (Stille nach dem Sturm, Abendröte, Morgengrauen), - — °orziß Diaz de la Peiia (Waldesdunkel), Constantin Tr 0 y 0 n, der sich später, von Roqueplanuf Cuyp und Potter hingewiesen, znm Tiermaler entwickelte (Ochsenbild im Louvre), Charles»ran^ois Daubigny (Flußbilder, Waldesraine, Weiher und Moräste), Jules Breton,or nicht ganz unbefangen der Natur gegenübersteht und in der Heimkehr vom Felde seine^ aueriunen stark idealisiert, Antone Chintreuil, Schüler Corots, der sich mit gleicher Jnnig-" wie der Meister in die Natur versenkt und ihre Reize schildert, aber von jeder poetischen^utat absieht, Emile Jacque, der Maler der Schafställe und der Bauernhöfe mit allerleiHern ^ Tiermalerin Rosa Bonheur (Pflügende Ochsen). I. C. Cazin, der
P "^Tendste moderne Landschaftsmaler der Franzosen, versteht es wie die englischen iAEe>nlund unscheinbarsten Motiven verborgene Reize abzugewinnen (Dorfstraße, Hagar
Vo Judiths Abschied). Den Übergang zu den Impressionisten bilden Eugen
.... uoin, der bedeutendste Strand- und Marinemaler Frankreichs, der anfangs für manches
Rousseau
1812—1867
tcrine-
bleau
Dupr«
1812-1889
Diaz
1807—1876Troyon1810—1865Daubigny1317-1878Bretongeb. 1827
Bild
von Troyon den Himmel malte, und Stanislaus Lepine, der Maler der französischen
8
Zacqus
1813- 1894R. Bonheur1822-1899
Eazin1841—1S0VBoudin1824 -1898Lepine1835-1892
Millet
1814— 1875
Seebäder und des Pariser Straßenlebens.
«n» ^in den achtziger Jahren locken die felsigen Küsten der Bretagne, ihre Heiden und^ärkte, Fischer und Laudleute die französischen Künstler, und Barbizon verödet. Währenduinii seinen Dörflern noch Haltung und Gewandung für seine Bilder zuschneidet,
fern Bauernsohn Jean Francois Millet nach seinem Grundsätze „Alles ist schön, so-
ei bs wahr ist", den Bauer wie er wirklich ist- Seine Bauern sind Gestalten, die8 ustes persönliches Empfinden, eine ehrfürchtige Liebe zu Acker und Wiese, zu Hirt undwiderspiegeln, Figuren, die monumental und feierlich in den Himmel groß-Äb/^/ .Landschaften ragen. Seine Bilder (1859 Angelus, das Abendläuten, Schäferin, diewir/" E Louvre) sind Verklärungen der Alltagsarbeit; noch mächtiger fast
1848^ ^"° Kohle- und Pastellzeichnungen (der heimreitende Bauer). Millet lebte vonschi d ^ seinem Tode in Barbizon. Gustave Conrbet, eine schroffe Natur, ent-Kü Realist, der von Ribera, Caravaggio und den Bolognesen kommt, verlangt vomtroll/" ^ -,vörit« vrsis", ungeünderte Wiedergabe der Dinge ohne jede individuelle Zutat,
N ^ .m er in seinen Gemälden (1851 die Oasssurs cks pisrras, im Dresdner Museum, das^ brabuis in Ornans, 11o» zour, Nr. Oourbot, Ruhelager am Bach von Pierre-Fontaine)
U,e>.f ^Perspektive den Zutritt verwehrt und die im Atelier gemalten Gestalten, Meister-in 1/ -dtaturalismus, in die unmittelbar der Natur entnommene Landschaft hineinstellt,erleiden Zeit, als Edouard Manet die beleuchtete Luft zu malen anfing.
irae>,^e c^" sechziger Jahren bereitete sich ein gewaltiger Umschwung in der r Im!zwischen Malerei vor. Der dunkle Galerieton, die Gold- und Silbertöne n^m'us
Lourbet
1819—1877