Band 
Erster Band.
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Borwort.

kultur beigetragen haben, also die Geschichte der Völker, die wir Kultur-völker nennen. Wir halten auch daran fest, daß in einem zunächst fürDeutsche bestimmten Werke vom Mittelalter an der deutschen Geschichte einverhältnismäßig breiterer Raum als der außerdeutschen zugewiesen werdendarf. Aber wir billigen es nicht, wenn die außerdeutsche und noch mehrdie außereuropäische Geschichte fast nur als Anhängsel der deutschen undeuropäischen Geschichte behandelt werden. Wir sind der Ansicht, daß bisherdie selbständige Bedeutung der außergriechischrömischen,sodann der außerdeutschen und außereuropäischen Geschichtenicht genügend hervortrat. Deshalb widmen wir nicht nur den euro-päischen Staaten, sondern auch den außereuropäischen besondereKapitel; deshalb behandeln wir die mohammedanischen nicht bloßgelegentlich, fast wie in Anmerkungen, bei den Kreuzzügen und anähnlichen Stellen; deshalb besprechen wir Ägypten und Persten,Indien, China und Japan auch im Mittelalter. Dadurch hat sehrvieles, was bisher fehlte und heute Wohl mehr als früher vermißt werdenwürde, Ausnahme gefunden. Dadurch wird das Werk mehr als bisherzu einer Geschichte der Kulturmenschheit, sucht aber den rechten Maßstabfür die relative weltgeschichtliche Wichtigkeit der Völker zu behalten.

Neben dieser Erweiterung des Gesichtskreises sehen wir aber den welt-geschichtlichen Geist der Darstellung zweitens in einer Vertiefung derBetrachtung. Wir haben die Fülle des Stosses, die Weber aufverhältnismäßig kleinem Raume zu bieten gewußt hatte, zu erhalten,ja zu vermehren gesucht und z. B. nach seinem Vorgänge im Rahmender deutschen Geschichte auch kurze Übersichten über die Geschichte derEinzelstaaten gegeben. Aber wir sind bemüht gewesen, dem universal-geschichtlichen Geiste immer gerecht zu werden: wir versuchen, die leitendenGedanken, die Hauptzüge der Entwicklung herauszuarbeiten,überall die Einzelheiten unter große Gesichtspunkte zu stellen.Diesem Zwecke dienen insbesondere die Abschnitte der Darstellung, diedie Überschriften „Überschau und Vorblick", „Richtlinien der Entwicklung"oder dergl. tragen. Wir hoffen damit zu erreichen, daß der Leser in derFülle des Stosses nicht untergeht, daß ihm die Geschichte ver-geistigtwird,daß er densührenden Faden durch die Masse der Einzel-heiten behält, daß er sie wahrhaft beherrscht. Neben den erwähntenParagraphen und der ganzen Art der Darstellung, bei der wir nur nochhinweisen wollen aus die Ver gleich ungen verwandter Entwicklungen beiverschiedenen Völkern, dient diesem Zweck auch die Gliederung mit den Buch-,Kapitel- und Paragraphenüberschriften, aus die besonderer Wert gelegt ist.

Nach wie vor steht die politische Geschichte im Mittelpunkteder Darstellung; aber es ist daneben dem, was man unter dem Worte„Kulturgeschichte" zusammenfaßt, ein breiterer Raum als bisher zu-gewiesen worden. Beide Seiten des geschichtlichen Lebens sind dabei nichtals getrennte Gebiete betrachtet, vielmehr ist auf ihre Wechsel-beziehungen hingewiesen. Es ist auch versucht worden, den wirt-schaftlichen Kräften, den allgemeinen Ideen und geistigenStrömungen ebenso gerecht zu werden wie dem Wirken großerPersönlichkeiten: beides steht eben in Wechselwirkung. Die Ver-sass ungs- und Wirtschaftsentwicklung ist deshalb schon bei der poli-tischen Geschichte als Entwicklungsfaktor herangezogen; außerdem sind