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Erster Band.
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142 Zweites Buch: Griechische Geschichte. Z 65.

kuren in Verbindung gebracht, leuchtende Sterne, die als Schützer der Seefahrer undSchiffer galten, weil man glaubte, daß ihr Aufgang die Stürme zum Schweigen bringe.Nach der Sage waren sie die Kinder der Leda und aus einem Ei hervorgegangen; dennZeus war ihr unter der Gestalt eines Schwanes genaht und hatte sie als „Zeusföhne"(wie ihr Name besagt) erzeugt.

3. Der Stammheros von Theben ist der Phöniker Kadmos, der seine von Zeus entführte

Sagenöäs Schwester Europa suchte und, von einer Kuh geleitet, nach Böotien kam. Aus seinemKadmos Geschlecht <den Labdakiden) stammt Lalos, der aus Furcht vor einem OrakelsprucheOedipus seinen mit der Jokaste erzeugten Sohne Oedipus in einer Bergschlucht aussetzen ließ,dadurch aber bewirkte, daß der gerettete und in Korinth erzogene Sohn den Vater unbewußterschlug, durch Lösung eines Rätsels das thebanische Land von einem verderblichen Un-geheuer, der Sphinx, befreite und zum Dank dafür mit der Hand der verwitweten Königin,seiner eigenen Mutter, belohnt ward. Als infolge dieses unwissentlich begangenen Frevelsdas Land von schweren Schicksalsschlägen heimgesucht wurde und die schrecklichn Begeben-heiten zu Tage kamen, gab sich Jokaste selbst den Tod; Oedipus aber verließ als geblendeterGreis die Heimat und fand sein Ende in dem attischen Flecken Kolönos. Auch der gefang-reiche Gemahl der Niobe, Amphion, und sein Bruder, der tapfere, keulenbewehrteAntiops Zethos, gehören Theben an. Um ihre von der Dirke mißhandelte Mutter Antiöpe zurächen, banden sie erstere an den Schweif eines Stiers und schleiften sie zu Tode (sarnesischerTsrsus Stier). — In Böotien und Attika heimisch ist die Sage von T er eus, dem uralten Königder Mythenreichen, um den See Kopais seßhaften Thraker, und seiner Schwester undSchwägerin Prokne und Philomele, die nach Tötung von Tcreus' Sohn in eineSchwalbe und eine Nachtigall verwandelt wurden.

4. Attischer In Athen war Theseus der nationale Held, in dessen Thaten, trotz aller poetischen^Theseus ^ Ausschmückungen, manches Geschichtliche hindurchschimmert. Er war der Sohn des athenischenKönigs Aegeus, aber in Trözen bei König Pittheus geboren und erzogen. Nachdem er untereinem gewaltigen Felsblock das Schwert und die Sandalen des Vaters hervorgeholt und da-durch den Beweis großer Stärke abgelegt hatte, befreite er bei der Rückkehr in seine Heimat denJsthmos von wilden Räubern (Prokrustes u- a.) und erlöste dann die Athener von demharten Tribut von sieben Knaben und sieben Mädchen, die sie dem kretischen Minotaurosaller neun Jahre zur Strafe für die hinterlistige Ermordung des Androgeos, des Sohnes vonKönig Minos (K 57), opfern mußten. Er erschlug in dem Labyrinthe, einem unterirdischenGebäude mit unzähligen Jrrgüngen, dieses Ungeheuer, das auf einem menschlichen Leibeein Stierhaupt hatte, und fand mit Hilfe des von der Königstochter Ariadne über-kommenen Fadens den Ausweg aus dem Labyrinthe. (Wohl mit Recht hat die neuereForschung in dem Mythos vom Minotauros den Ausdruck für den auf Kreta heimischen,Menschenopfer fordernden Molochkultus gefunden.) Dann entfloh er mit Ariadne nachAthen. Aber unterwegs ward er von Liebe zu deren Schwester Phädra erfaßt und ließseine Retterin, um sich ihrer zu entledigen, auf der Insel Naxos zurück. Die in ihrenLiebesklagen Verzweifelnde ward bald von Dionysos getröstet, den Ungetreuen aber trafharte Strafe. In seiner Leidenschaft hatte er nämlich vergessen, das schwarze Segel seinesSchiffes, das seinen Tod anzeigen sollte, mit einem Weißen zu vertauschen, und Aegeus, inder Meinung, sein Sohn sei umgekommen, stürzte sich verzweiflungsvoll ins Meer, dasvon ihm den Namen des ägäischen erhalten haben soll- Theseus hängt innig mit demKulte des Poseidon zusammen, zu dessen Ehren er die isthmischen Spiele einsetzt;Phädra und auch in der Liebcsgeschichte seiner zweiten Gemahlin Phädra mit seinem Sohne Hippo-Hrppo y os^^^ gewirkt Poseidon den tragischen Ausgang. Die Theseussage hat viele Verwandtschaftmit dem Mythos von Herakles; wie dieser ist auch Theseus Vertreter einer höheren Kultur,s. Thefsa- Der thessalische Sagenkreis berührt sich vielfach mit den vorhergenannten. Eigen-Sagenlreis tümlich sind diesem rossercichen Lande nur die Sagen von den Kentauren, mythischenKentauren Doppelwesen, aus Mensch und Roß zusammengesetzt, deren Roheit und Unbändigkeit sprich-wörtlich war. Berühmt und häufiger Gegenstand dichterischer und bildnerischer Darstellung,war ihr Kampf mit den Lapithen, der bei der Hochzeit des Peirithoos und der Hippo-Cheiron damia um die schöne Neuvermählte entbrannte. Zu ihnen gerechnet ward auch der weiseund vieler Wissenschaft kundige Cheiron, der Lehrer des Achilleus und des Äsklepios.i. Die Z 6Z. Gemeinsame Unternehmungen der hellenischen Heroen. Mit der Zeit^sgen" Wurden etliche dieser Heroen zu gemeinschaftlichen Unternehmen verbunden gedacht. EinTheben solches war der in der griechischen Poesie vielfach behandelte Krieg der Sieben gegenTheben, wo das vom Schicksal verfolgte Geschlecht des Lakos und Oedipus herrschte(Z 64). Die sieben (argivischen) Helden, welche Polyneikes, der von seinem BruderEteökles vertriebene Sohn des Oedipus, Wider seine Vaterstadt führte, kamen um, mit