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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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lofigkeit der kleineren, durch Zwietracht, Neid und Hader zerrissenen undgespaltenen östlichen Staaten luden zum Raube und zur ziellosen Ver-größerung des Reiches ein. Mit dieser Ausdehnung über fremde Länderund Nationen, die man nicht mehr wie die italischen Völkerschaften mitzarter Schonung in ein Rechtsverhältnis zu stellen besorgt war, verlordas römische Reich seinen nationalen Charakter und inneren Halt undwurde zu einem Mittelmeerreich.
?üng°des Die republikanische Verfassung aber, nur geeignet für kleine Gemeinwesen
umschwungs^it einfachen Formen und Verhältnissen, war für die verwickelten Zuständeund den schwierigen Organismus eines Großstaates unzureichend undhemmend. Daher sank die Volksversammlung mehr und mehr zu einerbloßen Wahlkörperschast von geringer Autorität herab, während die Machtthatsächlich in die Hände der fenatorischen Familien und edlen Geschlechterkam, die sich anfangs in die Ämter und Ehrenstellen teilten, bis einzelneParteiführer, angetrieben von Ehrgeiz, Herrschsucht und glühender Leiden-schaft und ermuntert durch die auseinanderlanfenden Interessen der Bürgerund Staatsangehörigen, nach der Allgewalt trachteten, um zur Allein-herrschaft emporzusteigen. Selbst der einzige gefährliche Feind, der es wagte,dem Strome der römischen Eroberung einen Damm entgegenzuwerfen, derpontische König Mithradates, übte nicht die versöhnende Gewalt auf diehadernden Parteien, wie einst Hannibal, als er die miteinander ringendenOptimalen und Populären zusammenschweißte. So stark war aber dieKriegsmacht des mannhaften Volkes, daß es unter den heftigsten Bürger-kämpfen dennoch diesen unternehmendsten und furchtbarsten seiner Gegnerüberwand. Rom sollte nur durch sich selbst gebrochen werden und in derFäulnis des Kaisertums untergehen.
ganq^Roms Die innere Auflösung und allmähliche Entkrästung desrömischen Staates bildet den Inhalt der dritten Geschichtsperiode.Seitdem das Standes- und Parteiinteresfe an die Stelle des gemeinsamenVaterlandsgefühls getreten war, fehlte das höhere, sittliche Band, das dieverschiedenartigen Elemente zu einem gemeinsamen Ziel vereinigt hätte. Dievornehmen und reichen Familien der Senatoren und Ritter schlössen dieuntere Bürgerschaft von dem Mitgenuß der Güter, Ämter und Ehrenstellenaus, schmälerten deren Rechte und mehrten ihre Pflichten; die römischeBürgerschaft war bemüht, die Kluft zwischen sich und den Bundesgenossenzu erweitern und die aus der Gemeinschaft mit Rom Herfließenden Vor-teile zu vermindern, während die Lasten, die die ewigen Kriege mit ihrenverderblichen Folgen auferlegten, für jene immer drückender wurden. DieEinwohner der Provinzen, von römischen Beamten gedrückt, von römischenSteuererhebern, Wucherern und Kaufleuten ausgesogen, von römischenSoldaten und Heerführern in Gehorsam gehalten, hatten von der Gemein-schaft mit Rom nur Nachteile. Die fremde Kultur, die mit der Knechtschaftbei ihnen einzog, war anfangs ein geringer Ersatz für den Verlust derFreiheit, Nationalität und angestammten Sitte, zumal das Recht, dasihnen aufgedrängt ward, nur im Gebrauch der Römer untereinander dieBinde der Unparteilichkeit vor den Augen trug, im Verhältnis zu denUnterthanen aber die Streitfragen nach Gunst und Willkür schlichtete. Ausdiesen drückenden Rechtszuständen, die ruhmsüchtigen Demagogen und Aben-teurern als Hebel dienten, gingen die heftigen Erschütterungen hervor, die, zuleidenschaftlichen und blutigen Bürgerkriegen sich steigernd, die Grundfesten der