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Erstes Buch.- Das Zeitalter der Entdeckungen und der Reformation.
84.
Johann II.1481—1495
wo die Anpflanzung des Weins und Zuckerrohrs vortrefflich gedieh, nachdem die undurch-dringlichen Waldungen durch einen neunjährigen Brand zerstört waren, folgte nach1431 mehr als zehn Jahren die der Azoren, dann nach langen Mühen die Umsegelung von1484, 1445 Kap Bojador und erst 1445 die Entdeckung des mit Palmen geschmückten grünen Vor-gebirgs. Nachdem man schon vorher am Strande Goldstaub und die kostbare Zibetkatzegefunden hatte, erblickte man hier die ersten kraushaarigen Neger. SchmachvollerMenschenraub und Sklavenhandel wurde ein ergiebiges Geschäft und reizte zu neuenFahrten, zumal der Wahn, daß die heiße Zone eine Einöde und unbewohnbar sei, zerstörtI4kv war. Im Todesjahr des Jnfanten wurden die Kapverdischen Inseln entdeckt, baldI4«2,i4ii darauf die Sierra-Leone-Küste; nach zehn Jahren erreichte man die Goldküste.
Mit größerem Eifer betrieb dann König Johann II. die Entdeckungs-1484 reisen; eine Urkunde des Papstes erteilte den Portugiesen das Eigentums-recht an allen Entdeckungen bis nach Indien, und der König ließ zumZeichen der Besitzergreifung steinerne Wappenpfeiler an den Küsten er-richten. Nachdem der Kongo 1484 entdeckt war, gelangte Bartholo-1486 mäus Diaz nach Afrikas Südspitze. Wegen der Stürme, die seine Schiffeum das Südkap getrieben hatten, ohne daß er selbst es gewußt, nannteer es „stürmisches Vorgebirg"; der vertrauensvolle König aberwandelte den Namen in Kap der „guten Hoffnung" um, denn nunschien gegründete Hoffnung vorhanden, Indien zu erreichen. Trotzdemruhten die Entdeckungen zwanzig Jahre; erst des Kolumbus Erfolge rüttelten> 495-1521 die Portugiesen wieder auf, und nun entdeckte unter König Manueldem Großen der unternehmende Vasco daGama den Seeweg nachOstindien, indem er an Afrikas Ostküste nach Mozambique, Mombasund Melinde fuhr, von hier mit arabischen Lotsen über den Indischen20 . Mai 1498 Ozean nach der Malabarküste segelte und im Hafen von Kalikut landete.
Durch diese Fahrten waren die Küsten und Inseln Afrikas der portugiesischen Macht-sphäre zugefallen, und Reste dieses Besitzes behauptet Portugal noch heute; nur die149? Kanarischen Inseln wurden nach langen Kämpfen mit den Eingeborenen spanisch.Diese Eingeborenen, die Guanchen, sind ein Berberstamm, dem aber vielleicht durch ausAfrika vertriebene Bandälen (II, H 44) etwas germanisches Blut beigemischt ist.
Zisl°'wJn- 8 4. Die portugiesische Herrschaft im Indischen Ozean. Die Portu-di-n gieseu betraten in Indien ein altes Kulturland. In Südindien saßendie Hindus; an den Küsten hatten sich Araber niedergelassen, die denHandel beherrschten. Politisch zerfiel das Land in eine Reihe Fürsten-tümer, von denen die kleineren in einer Art Lehnsabhängigkeit von dengrößeren standen (II, ß 392); zu diesen mächtigeren Fürsten gehörte derHerrscher (Samorin, SamudrinHerr der See) von Kalikut; einerseiner Vasallen war der Fürst von Kotschin. Der Samorin empfingVasco in feierlicher Audienz und zeigte sich zunächst den Portugiesenfreundlich; dann aber trat er, angestiftet von den Arabern, die für ihrbisheriges Handelsmonopol fürchteten, feindlich gegen sie aus. Die Portu-giesen konnten nicht daran denken, sich etwa das ganze Land zu unter-werfen; dazu waren die indischen Fürsten viel zu mächtig, und sie selbstviel zu schwach: sie beschlossen deshalb, sich nur einzelne Niederlassungenzu erkämpfen, aber nicht bloß in Ostindien, sondern an allen für denHandel im Indischen Ozean wichtigen Küstenplätzen, und dadurch diesenHandel zu monopolisieren. Dieser Plan ist mit größter Ausdauerund größtem Heldenmut durchgeführt worden. Sie hatten dabei nicht bloßmit den Arabern und Indern zu kämpfen, sondern auch mit den Ägyptern,die einer Ablenkung des Handels von ihrem Lande nicht gleichgültig zu-sehen konnten (II, 8 380); zustatten aber kam ihnen, daß die kleineren