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Erstes Buch: Das Zeitalter der Entdeckungen und der Reformation.
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rung Perus mit noch geringeren Hilfsmitteln, als dem Überwinder Mexikoszu Gebote gestanden hatten. Das wurde ermöglicht durch die schwere Er-schütterung, die Hnayna Capacs Thronfolgeordnung und Atahualpas Gewalt-taten über das Reich der Inka brachten (Z 10). Im Frühjahr 1532, umdie Zeit, wo Atahualpa seinen Bruder Huascar gefangen nahm, landetePizzaro, der in den Jahren vorher von Panama aus schon zwei Entdeckungs-fahrten bis zur Peruanischen Küste unternommen hatte, im Auftrage einer„peruanischen Entdeckungsgesellschaft", die auf Golderwerb ausging, unge-hindert bei Tumbez; nachdem er hier eine Niederlassung begründet, brach
S-pt. 1532 er mit 168 Mann gegen Atahualpa auf, der mit einem großen Heere beiCaxamarca lagerte. Pizarro lud ihn zu einer Zusammenkunft ein; als aberder König an der Spitze seiner Edlen im spanischen Lager erschien, übten dieSpanier schnöden Verrat: sie überfielen plötzlich die Peruaner, nahmen denKönig gefangen und machten sein Gefolge nieder. Atahualpa wollte sichdie Freiheit mit seinen Schätzen erkaufen; er versprach als Lösegeld seinGefängniszimmer, das 22 Fuß lang und 17 Fuß breit war, bis zur Höhevon 9 Fuß mit Gold füllen zu lassen. Gierig ging Pizarro auf denVertrag ein: aus Tempeln und Palästen wurde eine gewaltige MasseGoldes herbeigeschafft (nach heutigem Geldwert etwa 70 Mill. Mark),aber der grausame und treulose Kastilianer hielt sein Wort nicht. Stattdem Könige die Freiheit wiederzugeben, ließ er ihn als Thronräuber,Brudermörder (Huascar war inzwischen auf Atahualpas Veranlassunggetötet worden), Rebell gegen Kaiser und Papst und Gotteslästerer zumTode verurteilen. Er sollte öffentlich verbrannt werden; da er sich aber
2s.Aug.i5S3auf dem Scheiterhaufen taufen ließ, wurde er begnadigt zur — Erdrosselung.Dieser Justizmord ist einer der schwärzesten Schandflecke in der an Schand-taten so reichen Zeit der Conquista. Pizarro marschierte nun nach derheiligen Stadt Cuzco und setzte hier einen Bruder Huascars als Inkaunter spanischer Oberhoheit ein; tatsächlich beherrschte er selbst das Land;als neue Hauptstadt wurde in der Nähe des Meeres Lima gegründet.Aber bald brachen neue Wirren aus.
^Pizarro"' Almagro unternahm einen kühnen Entdeckungszug nach Chile;
15 N- 15 S 7 zurückkehrend eroberte er Cuzco, wo Pizarros Bruder von aufständischenPeruanern belagerff wurde, und verlangte nun diese Stadt für sich.Darüber entzweite er sich mit Pizarro, und die Peruaner erlebten nundas Schauspiel, daß die Europäer ihre Waffen widereinander kehrten:
Es Almagro wurde besiegt und im Gefängnis erdrosselt. Sein Sohn Diegorächte des Vaters Tod: unter seiner Führung überfiel eine Schar Ver-schworner von der „chilenischen" Partei den Franz Pizarro in seinem
2s.Jmiiis4i Hause zu Lima und tötete ihn nach tapferer Gegenwehr: sein Tod wareine gerechte Sühne für die gefühllose Roheit und unerhörte Treulosig-keit, durch die er sein großes Werk geschändet hatte. Auch Almagrostarb im nächsten Jahr eines gewaltsamen Todes durch Henkershand. alser sich auf widerrechtliche Weise der Statthalterwürde bemächtigen wollte.Durch diese wilden Kämpfe der Eroberer gegeneinander litten Land undGasca Volk entsetzlich. Da schickte Karl V. einen besonnenen Priester, Pedrode la Gasca, nach Peru, wo Gonzalo Pizarro den rechtmäßigen Statt-halter verdrängt hatte. Gasca kam ohne Heer; aber die Loyalität derSpanier war eine starke Waffe. Nachdem er einen großen Teil derEuropäer auf seine Seite gebracht, besiegte er die aufrührerischen Scharen