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Dritter Band.
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24 Erstes Buch: Das Zeitalter der Entdeckungen und der Reformation. H 14.

stellen": der Eigennutz blieb mächtiger als alle indianerfreundlichen Bestrebungender Geistlichkeit und der Regierung, die die Jndianersklaverei ausdrücklich ver-bot, aber doch die Repartimientos beibehielt. Als aber der edle Priester Lass i5ss Casas, der warme Fürsprecher der Indianer, die stärkeren afrikanischen Negerzu den anstrengenden Arbeiten der Pflanzer empfahl, um das Los der Einge-I5I? borenen zu erleichtern, gab dies Veranlassung zu dem grausamen Sklaven-handel, der eine Plage für den schwarzen Menschenstamm wurde, ohne denUntergang der kupferfarbigen Rasse zu hindern.

Lag^berJn- Nicht viel besser war das Los der Bewohner des amerikanischen

dem°F"st- Festlandes, wenn sie auch nicht wie die der Antillen völlig zugrunde gingen,lande Auch die Peruaner und Mexikaner wurden durch die Repartimientos spanischenKolonisten zugeteilt und zu harter Arbeit gezwungen. Viele erlagen ihr,andere flohen in die Urwälder, wo sie als Wilde in alter Weise fortlebten; aberdie neuen Anbauer, die sie mit reißenden Bluthunden jagten, raubten ihneneine Zuflucht nach der andern, und durch den unvermeidlichen Verkehr mitder europäischen Kultur wurden sie in ihrem innersten Leben gebrochen. DieErblichkeit der Repartimientos wurde zwar unter Karl V. durch kirchlichen Ein-fluß aufgehoben, und auch sonst wurden die Indianer besser behandelt, es ent-stand auch allmählich ein Mischvolk (die eingewanderten Europäer hießenChapetonen, die in Amerika geborenen Europäer Kreolen, die Misch-linge aus Europäern und Indianern Mestizen, die aus Europäern undNegern Mulatten); aber die eigentümlichen Kräfte von Land und Volk zuentwickeln, lag den Spaniern ganz fern. Sie allein wollten die Herren sein,aller Gewinn des Landes sollte nur ihnen zugute kommen; dabei war ihreZahl verhältnismäßig klein, eine eigentliche Auswanderung ackerbautreibenderAnsiedler, wie sie später nach den englischen Kolonien erfolgte, gab es vonSpanien aus nicht. Die energische Arbeit der germanischen Bauern, der dieVereinigten Staaten von Nordamerika ihre Blüte verdanken, war den Spaniernzu gemein; sie beuteten die Schätze des Landes aus, ohne für Ersatz zu sorgen.Damit hängt auch die brutale Vernichtung der alten Kultur staatenzusammen, so daß heute von ihnen nur noch Trümmer übrig sind. In Schuttund Staub zerfallen sind die Tempel und Paläste im Sonnenreiche der Inkas,dem Boden gleich gemacht sind die Kaiserburgen und Götzentempel der Azteken,und das gleiche gilt für die Bauten der Maya und Chibcha. Mit der Ver-nichtung der alten Kultur ging aber Hand in Hand die Einführung einer neuen,der christlichen. Große Verdienste nicht bloß um die Bekehrung, sondern auch umdas wirtschaftliche Gedeihen der Indianer haben die sogenannten Missionen derFranziskaner und Jesuiten. Sie suchten die Indianer seßhaft zu machen,schlössen sie zu festen Genossenschaften zusammen und leiteten und verwaltetendie auf gemeinsame Rechnung betriebenen Arbeiten; diese Missionen gelangtenz. B. in Paraguay zu hoher Blüte (ß 111). Die Geistlichen haben sich in denMissionen unsterbliche Verdienste um das Land und seine Bewohner erworben;im ganzen aber blieb doch die rücksichtslose Ausbeutung das vornehmste Zielder spanischen Herren.

Amerikas 8 14. Kulturelle Rückwirkung auf Europa. Auch für die Kultur dereuropäischen Menschheit, besonders für das Königreich Spanien, hatte die Ent-deckung der neuen Welt tief eingreifende Folgen; nur die wichtigsten könnenhier kurz angedeutet werden. Dahin gehört zunächst die Einführung derProdukte Amerikas und die Änderung der Handelsverhältnisse.Waren auch die Erzeugnisse, die man aus den westindischen Kolonien nachEuropa brachte, anfangs nicht von großem Belang, so wußte doch der menschlicheFleiß bald das tropische Klima und den fruchtbaren Boden zur Anpflanzungvon Kulturgewächsen zu benutzen, die allmählich eine Umgestaltung der ganzenLebensweise herbeiführten. Unter den einheimischen Produkten, welche die neueWelt dem alten Erdteile abtrat, sind nur wenige, z. B. der Mais, der Trut-